"Der Feldhase ist sicherlich nicht vom Aussterben bedroht", sagt Torsten Reinwald, Biologe und Sprecher des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV). Mindestens vier Millionen Exemplare hoppeln durch die Republik, schätzt der DJV. Damit kommen durchschnittlich 14 Hasen auf einen Quadratkilometer. Wohlgemerkt durchschnittlich. Im nordwestdeutschen Tiefland, dass bei Feldhasen beliebt ist, können es bis zu zehn Mal so viele sein. Im Berliner Referenzgebiet hingegen wurde im Jahr 2008 kein einziges Tier gezählt.

"Der Feldhase ist ein Flachlandbewohner", sagt Reinwald. "Er mag eine abwechslungsreiche Landschaft." Der europäische Feldhase Lepus europaeus fühlt sich in Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz besonders wohl. "Dort kann er sich ausgewogen ernähren." Sein Menü stellt er sich aus Gräsern, Klee und Feldfrüchten zusammen.

In östlichen Bundesländern wie Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern sieht man ihn dagegen seltener mümmeln. Dort seien die zusammenhängenden landwirtschaftlichen Nutzflächen besonders groß, sagt Reinwald. Hohes Gras, Sträucher und Büsche sind für den Feldhasen nämlich nicht nur Wohlfühlfaktoren, sondern lebenswichtig. Sie schützen ihn vor seinen natürlichen Feinden wie Füchsen oder Greifvögeln.

Die Meister-Lampe-Taktik bei Gefahr: "Ins Gras ducken und hoffen, dass es vorbei geht", sagt Reinwald. "Das hilft aber nicht, wenn der Kreiselmäher kommt." Gegen landwirtschaftliche Maschinen haben vor allem Hasenkinder keine Chance.

Seit sieben Jahren zählen speziell geschulte Jäger für den DJV den Feldhasen in mehr als 500 Referenzgebieten. "Der Bestand ist erfreulicherweise stabil", sagt Reinwald. Nicht ganz so unbesorgt ist der Referent für Artenschutz beim Bund Naturschutz in Nürnberg, Kai Frobel. Er sagt, der Hasenbestand hätte sich wegen der vergleichsweise milden Temperaturen in den vergangenen Jahren stärker erholen müssen. Dass die Feldhasen vom Aussterben bedroht sind, glaubt aber auch er nicht.

Noch weniger Sorgen muss man sich um die Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) machen, die zu Zigmillionen durch Deutschlands Gärten und Parks hoppeln. Ihre genaue Zahl kennt selbst der DJV nicht, aber eines steht fest: Es gibt deutlich mehr Wildkaninchen als Feldhasen.