Arme Abwrackprämie - kaum hat sich das Bundeskabinett für ihre Verlängerung bis zum Jahresende entschieden, hagelt es Kritik von allen Seiten.

Nicht nur das Presseecho ist verheerend. Etwa nennt die Leipziger Volkszeitung die Prämienverlängerung "kein Osterei, eher ein faules Ei"; die Süddeutsche bezeichnet sie als "Zeichen der Mut- und Einfallslosigkeit"; die Frankfurter Rundschau schreibt von einer "Räumaktion für PS-Ladenhüter" und ZEIT ONLINE sprach von einem "Lehrstück für schlechte Politik".

Auch die Oppositionsparteien üben scharfe Kritik, aus unterschiedlichen Gründen. Während die FDP ihren ökonomischen Nutzen bezweifelt und sich von der Prämie nicht mehr als ein konjunkturelles Strohfeuer erwartet, kritisieren die Grünen die ökologische Botschaft, die von ihr ausgeht: Sie würden lieber in die Schiene und in den Nahverkehr investieren. Die Linkspartei betont, dass sich in heutigen Krisenzeiten ohnehin nur Superreiche Neuwagen leisten könnten.

So weit, so normal. Die Politiker der Großen Koalition sind nach mehr als drei Jahren Kritik aus den unterschiedlichsten Richtungen gewöhnt. Diesmal allerdings ist der Unmut nicht nur auf den Oppositionsbänken oder in den Leitartikeln verbreitet. Gegen die Abwrackprämie formiert sich auch innerhalb der Regierungsparteien der Widerstand.

Da ist zunächst Michael Fuchs, CDU-Abgeordneter aus Koblenz und Mitglied im Bundesvorstand der Partei. Er kündigte gestern wenige Minuten nach dem Kabinettsbeschluss an: "Ich werde im Bundestag dagegen stimmen."