Einkommen:  Wer eigenes Einkommen hat, dem wird das Arbeitslosengeld II gekürzt. Als Einkommen zählt laut Sozialgesetzbuch praktisch alles, vom Kindergeld über das Bafög bis zur Abwrackprämie. Daher kommen Arbeitslosengeld- II-Empfänger auch nicht in den Genuss der Prämie von 2500 Euro, die der Staat bei der Verschrottung des Altautos und dem Kauf eines Neuwagens in diesem Jahr dazuschießt. Ungerecht findet das die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer und fordert mehr rechtliche Spielräume für einmalige Zahlungen, die nicht ein regelmäßiges Einkommen seien. Doch eine Gesetzesänderung in Sachen Abwrackprämie, wie sie auch SPD-Vize Andrea Nahles gerne durchgesetzt hätte, scheitert bislang am Widerstand der Union.

Wer neben Hartz IV noch einer Beschäftigung nachgeht, darf seine Einkünfte bis zu einer bestimmten Freibetragsgrenze behalten. In der Praxis werde dies jedoch dann kompliziert, wenn jemand ein ständig wechselndes Einkommen habe, weil er jeden Monat unterschiedlich viele Stunden arbeitet, berichtet Anwältin Winkler. Denn monatlich muss der Lohnzettel bei der Behörde eingereicht werden. Das bedeutet, dass für jeden einzelnen Monat ein neuer Freibetrag errechnet werden muss. Bei der Behörde dauert dieser Vorgang oft mehrere Monate. Rückwirkend erhalten die Hartz-IV-Empfänger dann einen Bescheid – mit der Bitte um Rückzahlung eines bestimmten Betrags. Das können dann aber schnell mehrere hundert Euro sein.

Vermögen:  Um Anspruch auf das steuerfinanzierte Hartz IV zu haben, müssen Arbeitslose zunächst ihre privaten Ersparnisse zu einem Großteil aufbrauchen. Pro Lebensjahr bleiben als Schonvermögen 150 Euro anrechnungsfrei, für die Altersvorsorge kommen noch weitere 250 Euro hinzu.

Für die Ausweitung des Schonvermögens setzen sich Politiker inzwischen parteiübergreifend ein – vom NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) über Teile der SPD-Linken bis hin zu den Grünen. "Wenn wir die Menschen auffordern, privat fürs Alter vorzusorgen, kann es nicht sein, dass sie in einer Notlage einen Großteil ihrer Ersparnisse aufbrauchen müssen, bevor sie Hartz IV bekommen", sagt die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer.

Kinder:  Was Kindern finanziell zusteht, die von Hartz IV leben müssen, muss die Politik neu regeln. Denn das Bundessozialgericht hat die bisherige Praxis, den Bedarf von Kindern prozentual von dem der Erwachsenen abzuleiten, in einem Urteil vom Januar diesen Jahres als willkürlich verworfen.

"Es ist unsinnig, bei der Berechnung des Regelsatzes Kinder wie kleine Erwachsene zu behandeln", sagt die Arbeitsmarktpolitikerin Pothmer. Denn Kinder hätten ganz andere Bedürfnisse. "Sie wachsen schnell aus ihren Klamotten heraus oder zerschleißen ihre Jeans. Und ein 16-jähriger Teenager isst garantiert nicht weniger als eine 60-jährige Frau", sagt die Grünen-Politikerin.