Keine zwei Stunden war das Anbauverbot für genmanipuliertem Mais alt, da hatten sich schon mehrere Politiker zu Wort gemeldet, um es zu kritisieren.

Bezeichnenderweise kam die Kritik vor allem aus Ilse Aigners eigener Fraktion im Bundestag, genauer: von Politikern der CDU. "Ich halte die Entscheidung für falsch, weil wir damit eine Zukunftstechnologie in Deutschland verhindern oder große Umwege gehen müssen", sagte etwa Peter Bleser (CDU).

Bleser ist kein Laie, sondern immerhin agrarpolitischer Fraktionssprecher von CDU/CSU. Die Entscheidung Aigners könnte langfristig Arbeitsplätze in Gefahr bringen, so Bleser weiter. Sein Fazit: Die Entscheidung sei "stark CSU-geprägt".

Noch deutlicher wurde die stellvertretende Fraktionschefin der Union, Katherina Reiche, ebenfalls CDU. Sie sagte: Die Entscheidung sei "populistisch". Sie habe für ein Verbot "überhaupt kein Verständnis".

Beide Schwesterparteien hatten sich in jüngster Zeit häufiger über die Regierungspolitik in Berlin gestritten. In CDU-Kreisen heißt es, seit Horst Seehofer in München Parteichef ist, suche er reflexartig den Widerspruch zu bisherigen Unions-Positionen. So kursieren inzwischen konträre Auffassungen zur Gesundheits-, Steuer- und Europapolitik.