Die Regierungskritiker sehen einen Ausweg aus der derzeitigen innenpolitischen Krise: Die Demonstrationen würden nicht eher beendet, bis Michail Saakaschwili zurücktrete, sagte die frühere Außenministerin Salome Surabischwili bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Tbilissi. 

Der Präsident reagierte gelassen auf die Rücktrittsforderungen. In einer Demokratie habe jeder das Recht, seine Meinung zu sagen, sagte er. Die Opposition aber wirft ihm eine autoritäre Politik vor. "Mischa, verzieh Dich!", skandierten Tausende.

Am 9. April gedenkt die Kaukasusrepublik des gewaltsamen Vorgehens sowjetischer Truppen gegen Georgier im Jahr 1989. Auch Saakaschwili legte zum 20. Jahrestag der Angriffe als Andenken an die etwa 20 Todesopfer und hunderten Verletzten Blumen inTbilissinieder.

Feuerwehr und Polizei

Sie erinnerten daran, dass Saakaschwili im November 2007 friedliche Proteste gegen seine Politik mit Gewalt hatte auflösen lassen. Die Regierungsgegner gaben dem Präsidenten auch die Schuld an dem August-Krieg mit Russland, in dessen Folge die von Georgien abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien von Moskau als unabhängig anerkannt wurden.

Die Demokratische Bewegung Vereintes Georgien teilte mit, rund 60 ihrer Anhänger seien in Rustawi südöstlich der HauptstadtTbilissiinhaftiert worden. Sie hätten an der Demonstration teilnehmen wollen. Das Innenministerium wies die Informationen als falsch zurück.