Die weltweite Rezession trifft auch Japan schwer. Seit dem Zweiten Weltkrieg litt das Land nicht mehr so sehr unter einem Abschwung. Nun will die Regierung ein neues Konjunkturpaket in Höhe von umgerechnet 116 Milliarden Euro (15,4 Billionen Yen) schnüren und das Land damit wieder auf Wachstumskurs führen. Teil des Pakets von Ministerpräsident Taro Aso sind "Wachstumsmodelle", mit denen die Regierung vor allem in die Produktion umweltfreundlicherer Autos und Haushaltsgeräte, in Solarenergie und den Gesundheitsbereich investieren will.

Japan strebt an, am schnellsten von allen Ländern der Welt Elektroautos auf die Straßen zu bringen und mit deren Massenproduktion in den nächsten drei Jahren zu beginnen. Zum Jahr 2020 soll dann jedes zweite Auto im Lande umweltfreundlich sein. Zudem werde Japan bis dahin den Anteil erneuerbarer Energien am weltweiten Energieverbrauch auf 20 Prozent verdoppeln, so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. In diesem Bereich wolle die Regierung einen Markt im Volumen von 50 Billionen Yen und Arbeitsplätze für 1,4 Millionen Menschen schaffen.

In Bezug auf die rapide Überalterung der Gesellschaft, die in Japan so schnell wie in keinem anderen Industrieland verläuft, will die Regierung die Zahl der Pflegekräfte von derzeit 1,3 Millionen in den nächsten drei Jahren um weitere 300 000 aufstocken. Bis zum Jahr 2020 sollen dann 2,2 Millionen Menschen in diesem Bereich beschäftigt sein.

Ziel der neuen Wachstumsstrategie sei es, Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis zum Jahr 2020 um 120 Billionen Yen (906 Milliarden Euro) zu steigern und vier Millionen Arbeitsplätze zu schaffen. "Wenn die Weltwirtschaft gezwungen ist, eine Phase bedeutender Anpassung zu durchlaufen, ist es für Japan unrealistisch, zum alten, vom Export abhängigen Wachstumspfad zurückzukehren", erklärte Aso.

Weitere Maßnahmen sind Kreditgarantien und Steuersenkungen von rund 100 Milliarden Yen vor allem für kleinere und mittelständische Unternehmen, die von der derzeitigen Wirtschaftskrise besonders hart getroffen sind. Dazu kommen Erziehungszuschüsse von 36.000 Yen pro Jahr für Haushalte mit Kindern, die in den nächsten drei Jahren eingeschult werden, sowie Garantien für staatliche Aktienaufkäufe zur Ankurbelung der Börse über 50 Billionen Yen vorgesehen.