Vor fünf Jahren brachte der japanische Videospielhersteller Nintendo eine Spielkonsole auf den Markt, die in jede Jackentasche passt. Mehr als 100 Millionen Menschen spielen nach Konzernangaben weltweit inzwischen mit dem Double Screen, dem DS: Sie trainieren zum Beispiel unterwegs ihre geistige Fitness bei Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging, liefern sich spannende Autorennen in Mario Kart oder führen ein lustiges Leben als Avatar in Animal Crossing, wo man seinen Alltag in einem virtuellen Dorf verbringen kann.

Jetzt hat Nintendo mit der DSi die dritte Generation der mobilen Konsole auf den Markt gebracht. Das flache Gerät unterscheidet sich neben dem matten Gehäuse von den Vorgängermodellen auch dadurch, dass zwei Kameralinsen darin untergebracht sind: Eine zeichnet den Spieler auf, die andere die Umgebung.

Die Spiele dazu lädt der Besitzer aus dem DSi-Shop herunter. Es gibt Gratis-Anwendungen wie den Opera-Browser und Spiele zum kleinen Preis. Gezahlt wird mit einer Punktekarte oder via Kreditkarte. Die Tür zum virtuellen Shop steht jedoch erst offen, wenn sich der Besitzer am PC im Nintendo-Club registriert und mit einer E-Mail authentifiziert hat.

Aus dem Spielangebot sticht WarioWare: Snapped! hervor. In mehreren poppig aufgemachte Minispielen kommt eine der Kameras zum Einsatz: In wenigen Sekunden wird das Konterfei des Spielers abgelichtet, und schon geht es los: Einem japanischen Mädchen winken, rasch ein Baguette essen, eine Fliege mit den Händen zerklatschen, ein weinendes Baby beruhigen, Figuren am Bildschirmrand ein Küsschen geben… all das kann man hier machen.

Die Liste könnte länger sein? Ja, aber leider erschöpft sich der Inhalt ziemlich schnell. Selbst wenn die Software einige der beim Spielen geschossenen Fotos im Anschluss als illustre Diashow präsentiert. Ist jedoch ein Freund zur Stelle, kann man mit Snapped! noch mehr Spaß haben.

Zum Alleinunterhalten eignen sich eher die Spiele Aquite und Code. In Aquite muss der Spieler drei oder mehr gleichfarbige Quadrate aneinanderreihen, und zwar im Wettlauf mit der Zeit. Ein Taucher am Bildschirmrand zeigt, wie gut das gelingt: Sobald sich eine Quadratkette auflöst, begibt er sich tiefer in den Ozean. Dauert das Verschieben der Quadrate allerdings zu lang, senkt sich allmählich eine Drucklinie von oben herab und ein bedrohlich dumpfer Ton ertönt.

Code setzt einen genauso unter Druck, indem es fordert, die Zahlen eins, zwei und fünf so aneinanderzureihen, dass sie zusammen den Wert zehn ergeben – ziemlich ausgefuchst und nicht gerade einfach zu meistern.