Zwar haben zahllose Studien über die Preise an den derzeit rund 14.500 deutschen Tankstellen tatsächlich belegt, dass die Preise im Laufe der Woche und zu Beginn der Urlaubszeit, in der die Nachfrage hoch ist, anziehen. Wahr ist aber auch, dass die Ölpreise steigen und die Benzinpreise sogar noch stärker – vor allem weil die USA derzeit wieder verstärkt Benzin in Europa einkaufen, da ihre Lager trotz Wirtschaftskrise und sinkenden Verkehrszahlen fast leer sind.

Rainer Wiek, Chefredakteur des Fachblattes Energie Informationsdienst EID aus Hamburg, hält die ganze Debatte für verlogen. "Natürlich wird ein Tankstellenpächter oder seine Zentrale im Laufe der Woche versuchen, höhere Preise durchzusetzen. Aber das gelingt ihm doch immer seltener." Der Wettbewerb an den rund 14.500 Tankstellen in Deutschland sei extrem hart. Der ADAC wisse das und verbreite "wissentlich Blödsinn", sagt Wiek.

Der Experte will gar nicht in Abrede stellen, dass die Konzerne sehr gut verdient haben im vergangenen Jahr. "Das war vor allem aber am Bohrloch und an den Raffinerien. An Tankstellen wird heute kaum mehr Kasse gemacht", sagte Wiek weiter. In Deutschland seien die Margen an den Tankstellen so gering wie kaum irgendwo in Europa. In Italien dagegen, wo es keine nervenaufreibenden Preisschwankungen gebe, seien Tankstellen kleine Goldgruben.