ZEIT ONLINE: Herr Lahm, wie genießen Sie den Ostermontag?

Philipp Lahm: Heute früh war ich bei der Pressekonferenz, jetzt bin ich auf dem Weg zum Training. Ich bin beruflich ziemlich eingebunden.

ZEIT ONLINE: Sie hatten gar keine Zeit zum Eiersuchen?

Lahm: Zeit schon, aber ich muss mein Nest nicht mehr suchen. Ich bekomme es von meinen Eltern und Großeltern überreicht. Weil ich nicht spielen konnte, hatte ich in diesem Jahr sogar mehr Zeit an den Ostertagen als sonst. Am Freitag war meine Familie und die meiner Freundin bei uns zum Kaffee.

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ZEIT ONLINE: Aber gehört das Eiersuchen nicht zu Ostern wie Franz Beckenbauer zum FC Bayern?

Lahm: Klar, aber irgendwie bin ich aus dem Alter raus.

ZEIT ONLINE: Welche Osterbräuche pflegen Sie in Ihrer Familie?

Lahm: Typisch ist, dass wir uns alle einmal sehen. Das klingt vielleicht banal, aber die Gelegenheit haben wir leider nicht so oft. Dieses Jahr haben wir uns nach Freitag auch am Ostersonntag zum Brunchen getroffen. Ich kam etwas später, weil ich vorher noch zum Training musste.

ZEIT ONLINE: Nervt es Sie manchmal, Fußballer zu sein?

Lahm: Meine Freundin hat einen normalen Job, da ist es manchmal schade, wenn ich keine Zeit habe. Drei Tage abschalten ist nicht möglich. Aber das ist seit Jahren so, auch bei den Amateuren. Ich bin so aufgewachsen und kann damit umgehen. Den kompletten Sonntagnachmittag hatten wir immerhin frei. Es ist wichtig, so einen halben Tag zu nutzen, um den Fußball auszublenden.

ZEIT ONLINE: In Ihrer Familie gibt es viele Fußballer. Hat Ihr Opa Sie am Kaffeetisch gefragt, wie lange Jürgen Klinsmann noch Ihr Trainer ist?  

Lahm: Nein.

ZEIT ONLNE: Sie haben nicht über Fußball geredet?

Lahm: Meine Großeltern wollten wissen, wie es mir geht. Da spielt der Fußball natürlich eine Rolle. Die erste Frage meines Opas lautete: Philipp, wann kannst Du wieder spielen? Aber in meiner Familie weiß jeder, dass ich zu solchen Anlässen nicht gern über Fußball rede. Ich möchte erfahren, wie es den anderen geht, was es Neues gibt. Eine Debatte über den FC Bayern hat an dem Tisch nichts zu suchen.

ZEIT ONLINE: Haben Sie die Osterausgabe der taz gesehen?

Lahm: Nein, wieso?

ZEIT ONLINE: Die Kollegen haben Ostern und Fußball vermischt: Auf dem Titelbild war Jürgen Klinsmann ans Kreuz genagelt zu sehen. Der Pressesprecher des FC Bayern kündigte an, dagegen klagen zu wollen .

Lahm: So ein Bild ist geschmacklos und geht meiner Meinung nach zu weit. Ich weiß nicht, ob man dagegen klagen muss.