Die Wiener Polizei hat den aus dem Sudan stammenden österreichischen Staatsbürger acht Tage lang in Abschiebehaft genommen, obwohl er einen festen Wohnsitz in Wien hatte. Außerdem war der sprachbehinderte junge Mann zuvor von seinem Vater als "vermisst" gemeldet worden. Erst nach acht Tagen wurde der Fehler bemerkt.

Österreichs Behinderten-Anwalt Herbert Haupt forderte das Innenministerium zur vollständigen Aufklärung auf.

Der aktuelle Fall ist nur einer von mehreren Übergriffen der österreichischen Polizei gegen Schwarze. Vor wenigen Wochen wurde ein US-amerikanischer Lehrer von Polizisten in Wien krankenhausreif geschlagen. Die Beamten hatten ihn nach eigenen Angaben für einen Drogenhändler gehalten.

Die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte erst in der vergangenen Woche den zunehmenden Rassismus der Polizei in der Alpenrepublik beklagt.