Woolworth Deutschland hat Insolvenz angemeldet. Das teilte das Amtsgericht in Frankfurt mit. Der Antrag sei bereits am Samstag eingegangen. Woolworth Deutschland betreibt 323 Filialen mit rund 11.000 Mitarbeitern. Seit dem Sommer 2007 gehört die Kette dem britischen Finanzinvestor Argyll. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Frankfurter Rechtsanwalt Ottmar Hermann bestellt.

Woolworth macht sein Geschäft im Billig-Segment, einer Sparte des Einzelhandels, die eigentlich zu den Krisengewinnern gehört. Doch dem Unternehmen scheint es nicht gelungen zu sein, die veränderten Wünsche der Kunden in Umsätze umzuwandeln. Noch im Februar hatte der damalige Woolworth-Chef Robert Brech von Chancen in der Krise gesprochen. Das von dem bereits untergegangenen britischen Konzern Woolworths unabhängige Unternehmen sah sich trotz trister Großwetterlage im Handel gut aufgestellt. "Wir sind stabil", erklärte Brech damals.

Was folgte, war ein schneller Führungswechsel: Anfang März folgte Stefan Rohrer auf Brech, um vier Wochen später das Handtuch zu schmeißen. Zu den Gründen für diesen Schritt schwieg das Unternehmen damals. Ein Grund mag die schwierige Geschäftslage von Woolworth gewesen sein: Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sanken die Umsätze des Unternehmens im Jahr 2008 deutlich. Demnach erlöste das Unternehmen rund 900 Millionen Euro. Drei Jahre zuvor hatte die Kette noch eine Milliarde umgesetzt und von 14.500 Mitarbeitern gesprochen - rund 3500 mehr als heute.

Sollte das Unternehmen tatsächlich seine Filialen schließen, wäre es das Ende einer langen Tradition. Seit 130 Jahren vertreibt Woolworth unter dem gleichen Namen Bekleidung, Schreib- und Spielwaren sowie Drogerieartikel.