VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen 2:1

Der VfL feierte den zehnten Liga-Sieg in Serie und stellte damit den Rekord von Borussia Mönchengladbach aus dem Jahr 1987 ein. Grafite erzielte mit einem fragwürdigen Foulelfmeter (23.) und nach einem tollen Konter (85.) vor 29.500 Zuschauern in der Volkswagen Arena die Tore für die Niedersachsen. Toni Kroos (53.) traf für Bayer Leverkusen, das mit der zehnten Saison-Niederlage die Generalprobe für das Pokal-Halbfinale am Dienstag gegen den FSV Mainz 05 verpatzte.

Im Aufeinandertreffen des besten Heim- und des besten Auswärtsteams brauchten die in Bestbesetzung angetretenen Hausherren eine gute Viertelstunde, um gegen den spielstarken Kontrahenten die erste gelungene Offensiv-Aktion zu zeigen. Den 18-Meter-Schuss von Christian Gentner hielt Leverkusens Torhüter René Adler jedoch sicher (16.). Nach der zweiten Chance musste der Nationaltorhüter den Ball jedoch aus dem Netz holen. Grafite schickte ihn bei seinem siebten Elfmetertor in der laufenden Saison in die falsche Ecke und ließ sich für sein 21. Saisontor feiern. Zuvor war der Stürmer in einem Zweikampf mit Leverkusens Innenverteidiger Manuel Friedrich zu Boden gegangen. Schiedsrichter Jochen Drees (Münster-Sarmsheim) entschied sofort auf Strafstoß.

In der Folge hatten die "Wölfe" mehrere gute Chancen sich einen höheren Vorsprung zu verschaffen. Adler klärte aber im eigenen Strafraum gegen Grafite (27.) und parierte glänzend nach einem Schuss von Edin Dzeko (30.). Kurz vor der Pause wurde der Bayer-Keeper dann zum Buhmann, als er mit dem auf das Tor zustürmenden Grafite zusammenprallte. Drees wertete die Aktion jedoch nicht als Foul und ließ, sehr zum Unmut der Wolfsburger Fans, weiterspielen.

Bayer-Trainer Bruno Labbadia hatte offensichtlich die passenden Pausen-Worte parat, denn nach Wiederanpfiff präsentierte sich seine Elf wesentlich engagierter und  aggressiver. Simon Rolfes traf erst nur die Latte (48.), Stephan Kießling scheiterte an VfL-Torhüter Diego Benaglio. Kurz darauf lag der Ball nach Kroos' erstem Treffer im Bayer-Trikot dann doch im Wolfsburger Tor. Auch danach brauchten sich die beiden starken Torhüter nicht über mangelnde Beschäftigung klagen. Benaglio hielt alles, Adler hatte noch einmal das Nachsehen. Fünf Minuten vor Schluss schloss Grafite einen Konter eiskalt ab.

"Das ist heute gerade noch einmal gut gegangen. Aber es kann nicht immer gut gehen", sagte VfL-Regisseur Zvjezdan Misimovic. Schon vor einer Woche in Mönchengladbach hatten die Wolfsburger das 2:1 mit einem Tor in der Schlussphase erzwungen. Entsprechend frustriert reagierte Leverkusens Stürmer Stefan Kießling: "Das war eine bittere Niederlage. Wir hätten mehr Tore machen können, in der zweiten Halbzeit sogar machen müssen", haderte Kießling.