Kubas Führung ist zu einem umfassenden Dialog mit den USA bereit - auch über das Thema Menschenrechte. Das signalisierte Staatschef Raúl Castro bei einem Treffen linksgerichteter Staatschefs im venezolanischen Cumaná, einer Gegenveranstaltung zu dem an diesem Freitag in Trinidad beginnenden Gipfel der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). Dort ist Kuba nicht vertreten, nachdem es auf Druck der USA 1962 von der Arbeit in den OAS-Gremien ausgeschlossen worden war.

Nun aber bahnt sich eine Neuordnung der kubanisch-amerikanischen Beziehungen an. Nachdem der US-Präsident am vergangenen Montag die Kuba-Politik seines Landes modifiziert und alle Reisebeschränkungen für die in den USA lebenden Exil-Kubaner aufgehoben hatte, geht nun Kubas Führung einen Schritt auf die Regierung in Washington zu.

So ist Havanna nach den Worten Castros bereit, mit Obama über alles zu sprechen, was von US-Seite gewünscht werde. Ausdrücklich nannte er dabei auch die Themen Menschenrechte, Pressefreiheit und die Situation der politischen Gefangenen.

Allerdings stellte der Bruder von Fidel Castro Bedingungen für solch offene Gespräche: Kuba müsse gleichberechtigt behandelt und zugleich müssten fünf in den USA unter Spionageverdacht inhaftierte Kubaner freigelassen werden.

Obwohl die Delegationen aus Havanna und den USA bei dem OAS-Gipfel nicht aufeinandertreffen werden, dürfte die Neuordnung des Verhältnisses zwischen diesen beiden Staaten ein Hauptthema des Treffens sein. Beobachter gehen davon aus, dass das seit mehr als 40 Jahre bestehende US-Wirtschaftsembargo gegen Kuba in naher Zukunft aufgehoben werden könnte.