Aussehen, Hobbys, Beruf – Singles geben auf Datingplattformen im Internet vieles preis, um einen passenden Partner zu finden. Ob beim Foto oder im Profil geflunkert wurde, zeigt sich aber erst beim persönlichen Rendezvous. Dann entscheidet sich auch, ob sich das potenzielle Paar gut riechen kann. Denn der Körpergeruch eines Menschen ist entscheidend dafür, wie anziehend er auf das andere Geschlecht wirkt. Die Duftstoffe verraten dem Gegenüber etwas über das Immunsystem und die Gene.

Die Nutzer einer Schweizer Online-Datingplattform müssen mit dem Geruchsabgleich künftig nicht mehr bis zum ersten Date warten: Eine digital gespeicherte Duftmarke macht es möglich.

Dazu führen die Singles zu Hause einen Speicheltest durch. Nach 20 Minuten ist das Ergebnis da – in Form eines binären Codes. Der wird dann für jeden Nutzer zugänglich im persönlichen Online-Profil hinterlegt.

Gemeinsam mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Universität Lausanne hat das Schweizer Unternehmen Basisnote diesen Schnelltest entwickelt. Die Nutzer sollen ihn bei der Online-Datingplattform bestellen können und innerhalb von zwei Tagen zugeschickt bekommen. Was der Körpergeruchstest kosten soll, ist noch unklar.

Das Ganze klingt wie ein Scherz, hat aber durchaus einen ernsten biologischen Hintergrund. Die menschliche Nase ist von sensiblen Rezeptoren durchsetzt. Evolutionsbiologen gehen davon aus, dass sie sondieren, ob das Immunsystem unseres Gegenübers sich vom eigenen unterscheidet. Denn je verschiedener die Erbanlagen, desto höher ist die Chance auf gesunde Nachkommen.

Die Stoffe, die dabei eine Rolle spielen, nennen Forscher Haupthisto- Kompatibilitätskomplexe (MHC). Sie sind im Körper dafür zuständig, fremde Eiweißmoleküle wie zum Beispiel Viren oder Bakterien zu erkennen. Je mehr unterschiedliche MHC-Moleküle jemand hat, desto besser ist sein Immunsystem gegen Krankheitserreger gewappnet. Das heißt, der Körperduft verrät auch etwas über die allgemeine Gesundheit eines Menschen. Hinzu kommt der Reiz des Unbekannten: Je stärker sich das Immunsystem unseres Gegenübers vom eigenen unterscheidet, desto angenehmer empfinden wir seinen Geruch.