Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht habe das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot der Bundesrepublik Deutschland an die Aktionäre genehmigt, teilte der Finanzmarkt- stabilisierungsfonds Soffin mit. Damit ist die Verstaatlichung des angeschlagenen Münchner Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) auf dem Weg.

Der Bund wiederholte am Freitag sein 290 Millionen Euro umfassendes Angebot, allen Aktionären ihre Aktien für 1,39 Euro pro Aktie abzukaufen. Der bereits vergangene Woche genannte Preis beinhaltet eine Prämie von rund zehn Prozent auf den gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro. "Das ist ein Anreiz, dieses Angebot wahrzunehmen und nicht zu warten, bis möglicherweise die Enteignung erst vollzogen werden muss", hieß es aus Regierungskreisen. Am Freitagvormittag stand die Aktie bei 1,39 Euro.

Bereits jetzt stützen Staat und Banken die HRE mit mehr als einer Milliarde Euro an Finanzgarantien, Bürgschaften und Kapital, um sie vor der Pleite zu bewahren. Der Bund hatte sich Ende März für 60 Millionen Euro bereits 8,7 Prozent an der HRE gesichert, um eine Pleite abzuwenden. Ein Zusammenbruch hätte das Finanzsystem ähnlich ins Schlingern bringen können wie die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008.

Angesichts seiner Größe wären "substanzielle und kaum Abschätzbare" Effekte auf die Interbanken- und Pfandbriefmärkte sowie auf die Vermögens- und Ertragslage diverser anderer Finanzinstitutionen die Folge gewesen, hieß es in der am Freitag veröffentlichten Angebotsunterlage.

Nun will der Bund auch den Rest der Aktien zügig einsammeln. Experten zufolge zeigt sich der Staat ungewohnt großzügig, um bei den nächsten Schritten zur Verstaatlichung freie Bahn zu haben. Später braucht der Bund auf einer Hauptversammlung mindestens die Hälfte der  Stimmen, um bei der Bank maßgeblich mitbestimmen zu können.

Das Übernahmeangebot aufzubessern, hatte der Bund stets ausgeschlossen. Nun müssen die Aktionäre zustimmen. Die Annahmefrist beginnt am Freitag und endet am 4. Mai. Der Bund strebt den Erwerb von 100 Prozent der Anteile an, eine Mindestannahmeschwelle existiert nicht.