ZEIT ONLINE: Herr Scheupel, was ist ein Icehopper?

Scheupel: Das sind Leute, die Eishockey-Spiele besuchen – und zwar rund um die Welt, in so vielen Hallen und Ländern wie möglich. Dabei sammelt man Stadion- und Länderpunkte. Tagsüber schaue ich mir das Land oder die Stadt an, und abends gehe ich zum Eishockey. Wobei ich nicht überall ein Spiel gesehen habe, weil manchmal gerade keine Saison war. Aber dann habe ich mir zumindest die Eishalle angeschaut. 

ZEIT ONLINE: Wie viele Eisstadien in wie vielen Ländern haben Sie denn bislang besucht?

Scheupel: Momentan sind es 269 Hallen in 26 Ländern. Damit bin ich von allen 1.241 registrierten Icehoppern in Deutschland die Nummer drei. Vor mir liegen ein Kölner und ein Krefelder. Die machen es etwas gezielter, nehmen sich eine Woche Urlaub und schauen sich auch Nachwuchsspiele an. Ich gehe eigentlich nur zu Partien der Ersten Liga des jeweiligen Landes. Außerdem haben beide einen Altersvorsprung. Ich bin zuversichtlich, sie noch zu überholen.

ZEIT ONLINE: Woher wissen Sie, an welcher Stelle Sie gerade rangieren? Wer führt die Statistik?

Scheupel: Das läuft übers Internet. Da trägt man dann seine Stadien ein, es gibt auch ein Forum und Infos über Spiele. Jeder, der sich anmeldet, kann mitmachen.

ZEIT ONLINE: Gibt es Regeln, die dabei eingehalten werden müssen?

Scheupel: Man muss mindestens zwei Drittel eines Spiels gesehen haben, um Punkte zu bekommen. Deshalb habe ich beispielsweise erst 269 Stadien- und 26 Länderpunkte: Ich habe nämlich zwar auch schon Eishallen in Südafrika, Australien und Singapur gesehen, aber das war außerhalb der Eishockey-Saison. Und das zählt dann nicht.

ZEIT ONLINE: Wird da nicht geschummelt?

Scheupel: Im Prinzip läuft alles auf Vertrauensbasis. Es kann gut sein, dass einige da einfach mal ein paar Stadien eintragen, ohne tatsächlich dort gewesen zu sein. Aber wenn man die Top Ten der Icehopper trifft, merkt man schon in den Gesprächen, dass die auch wirklich vor Ort waren. Ich hebe mir immer die Eintrittskarten auf, mache ein Foto und kaufe mir ein Stadionheft als Beweismittel.

ZEIT ONLINE: Und wo haben Sie schon überall Spiele gesehen?

Scheupel: Die weiteste Reise war nach Südkorea, zu einer unterklassigen Weltmeisterschaft. Da habe ich dann anschließend noch eine Asienreise rangehängt. Außerdem war ich 17 Mal in Nordamerika. In Europa habe ich Spiele in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Polen, Russland, Weißrussland, Slowenien, Tschechien, Rumänien und Kroatien gesehen.