Der Softwarehersteller Oracle übernimmt Sun für insgesamt 7,4 Milliarden Dollar. Auch die Schulden sollen von Oracle übernommen werden. Je Sun-Aktie bietet der SAP-Konkurrent Oracle 9,50 Dollar – 42 Prozent mehr als das Papier noch am Freitag gekostet hatte.

Der weltgrößte Computerhersteller IBM hatte sich vor kurzem aus dem Bieterrennen zurückgezogen. Nun wurde für das angeschlagene Unternehmen Sun Microsystems doch eine Lösung gefunden, die Geschäftsführung stimmte dem Angebot einstimmig zu. 

Oracle-Chef Larry Ellison ist zuversichtlich, dass die Übernahme bereits im ersten Jahr den Gewinn steigern wird. Er hat sein Unternehmen mit zahlreichen anderen Übernahmen zum zweitgrößten Softwarehersteller und weltweit größten Anbieter von Datenbank-Software gemacht.

Laut New York Times zerstört die Übernahme traditionelle Geschäftsbeziehungen in der Branche: So pflegte Oracle Partnerschaften mit Sun-Konkurrenten wie Hewlett-Packard und Dell. Auch IBM gerate durch den Zusammenschluss unter Druck, da der Konzern mit Oracle konkurriere.

Nach der Übernahme-Ankündigung stiegen die Aktien von Sun Microsystems an der New Yorker Börse zeitweise um 36 Prozent. Die Papiere von Oracle rutschten gleichzeitig um 6 Prozent ab. 

Die schlechte wirtschaftliche Lage von Sun wird voraussichtlich auch Auswirkungen auf deutsche Arbeitnehmer haben. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 1450 Mitarbeiter, unter anderem in München, Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg. Aufgrund der Talfahrt will Sun jeden Fünften seiner weltweit rund 30.000 Arbeitsplätze streichen.