Das Urteil gegen die US-Journalistin Roxana Saberi wird möglicherweise gemildert. Der iranische Generalstaatsanwalt hat das zuständige Gericht angewiesen, den Widerspruch von Saberis Anwalt einer "fairen und gerechten" Prüfung zu unterziehen. Zuvor hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad von der Justiz eine genaue Einhaltung der Rechte der Journalistin gefordert.

Iran bestritt außerdem, Saberi als Faustpfand für mögliche Verhandlungen mit den USA benutzen zu wollen. Der Sprecher des Außenministeriums in Teheran appellierte an Washington, den Fall Saberi nicht zu politisieren und keine "voreiligen Schlüsse" zu ziehen. Beobachter hatten spekuliert, konservative Kreise in Iran könnten durch ein hartes Urteil gegen Saberi versuchen, eine sich andeutende Annäherung zwischen Teheran und Washington zu torpedieren.

Ein Außenamtssprecher wies auch jeden Zusammenhang mit dem Fall zweier seit Januar 2007 im Irak von den USA festgehaltenen iranischen Konsularbeamten zurück. Es war spekuliert worden, Teheran könne auf einen Austausch gegen die Journalistin setzen.

Die Reporterin iranisch-japanischer Abstammung war vor rund vier Monaten festgenommen und am Samstag wegen Spionage zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Zunächst lautete der Vorwurf, sie habe versucht, eine Flasche Wein zu kaufen. Das ist in dem streng islamischen Land verboten. Später wurde ihr vorgeworfen, unter dem Deckmantel ihrer journalistischen Arbeit für die USA spioniert zu haben.

Der Sprecher betonte erneut, Saberi habe seit 2007 keine Akkreditierung mehr gehabt, sodass ihre Berichterstattung aus Iran seitdem illegal gewesen sei. Saberi arbeitete unter anderem für den britischen Rundfunksender BBC sowie den öffentlichen US-Radiosender National Public Radio (NPR).

Die Verurteilung Saberis belastet das ohnehin schlechte Verhältnis zwischen Washington und Teheran zusätzlich. Präsident Barack Obama hatte Iran aufgefordert, die Journalistin freizulassen. Er zeigte sich überzeugt, dass die 31-Jährige keinesfalls spioniert habe. Darüber hinaus mache er sich ernsthaft Sorgen um ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen. "Wir arbeiten daran, um sicherzustellen, dass sie ordentlich behandelt wird." Seine Regierung werde mit der in Teheran über Vermittler aus der Schweiz in Kontakt treten.