Zwei Jahre lang wurde geplant, um den G8-Gipfel im Juni 2009 auf der italienischen Insel La Maddalena unter hohen Sicherheitsvorkehrungen abhalten zu können. Die Arbeit könnte vergebens gewesen sein. Silvio Berlusconi will überraschend das Treffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands nach L'Aquila verlegen. Kein anderer Ort sei besser geeignet, sagte der Regierungschef nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag.

Die Begründung: Die für die Sicherheit und die Infrastruktur veranschlagten 220 Millionen Euro seien im Erdbebengebiet besser ausgegeben als im ursprünglichen Tagungsort. Berlusconi nannte diese Entscheidung für L'Aquila als Gipfelort "ein positives Signal für die mehr als 60.000 Menschen in den provisorischen Zeltstädten". Zudem könnten so 220 Millionen Euro gespart werden, fügte er hinzu.

Allerdings kann über einen neuen Tagungsort nicht allein die italienische Regierung bestimmen. Alle anderen G-8-Staaten müssen zustimmen. Auf La Maddalena vor Sardinien könne dafür der von US-Präsident Barack Obama für den Herbst angestrebte Umweltgipfel organisiert werden, bot Berlusconi an.

Das Erdbeben vom 6. April in L'Aquila hatte 295 Menschen das Leben gekostet und Zehntausende obdachlos gemacht.