Bayern München – FC Schalke 04 0:1

Unter neuerlichen "Klinsmann raus"-Rufen hat der FC Bayern München einen schmerzhaften Rückschlag beim Kampf um die Meisterschaft erlitten. Gegen den FC Schalke agierte der Titelverteidiger konzeptlos und stemmte sich nicht gegen die siebte Bundesliga-Saisonniederlage. Mit seinem Tor des Tages beförderte Halil Altintop (21. Minute) nicht nur den Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann endgültig auf den Schleudersitz, sondern lässt den Rekordmeister auch akut um die Qualifikation für die Champions League bangen. Nach der Gelb-Roten Karte für Jermaine Jones (70. Minute) sorgte Franck Ribéry mit einem Frustfoul für den unrühmlichen Schlusspunkt und sah ebenfalls Gelb-Rot (76.).

Die Elf des vor 69.000 Zuschauern schon mit Pfiffen empfangenen Klinsmann startete mit Elan in das nächste Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Doch schnell war dieser Anfangsschwung verpufft. Gebolze statt Geistesblitze, Fehlpässe statt Fußball-Feinkost - ein System war im taktisch einfältigen Spiel des Rekordmeisters gegen gut gestaffelte Gelsenkirchener nicht erkennbar. Ein 20-Meter-Freistoß des Argentiniers José Sosa auf die Latte des Gäste-Tores war die gefährlichste Aktion in der ersten Hälfte (37.), in der die Bayern-Fans wie auch später in der zweiten vergeblich auf die Geniestreiche Ribérys warten mussten.

Wesentlich geschickter gingen die Schalker zu Werke. Nach drei Zu-Null-Siegen unter dem neuen Trainer-Triumvirat feierten sie auch in der Allianz Arena die Führung. Nach einem Eckball von Christian Pander konnte Altintop fast unbedrängt von seinem braven Begleiter Andreas Ottl zum Führungstor einköpfen. Glück hatte der Tabellensechste in der 38. Minute. Bei einem Konter schüttelte Jones seinen Verfolger Mark van Bommel mit einem Schlag ins Gesicht ab. Mit der Gelben Karte war das später nach einem erneuten Foul an van Bommel des Feldes verwiesene Raubein gut bedient.

Durch die Einwechslung von Lukas Podolski (46.) musste sich Luca Toni im Sturmzentrum der Münchner nicht mehr alleine aufreiben – aber wirkungsvoll war die Hereinnahme des Ex- und Bald-Kölners auch nicht. Ein zu unpräziser Van-Bommel-Schuss (46.) sowie ein Tumult mit einem Handspiel von Schalkes Vicente Sanchez im eigenen Strafraum waren die größten Gefahren für das von Manuel Neuer gehütete Tor. Auf der Gegenseite wurde Kevin Kuranyi in letzter Sekunde auf dem Weg zum 2:0 von Martin Demichelis gestoppt, nachdem Jörg Butt einen Schuss von Pander nicht festhalten konnte. Gegen den Versuch Lewan Kobiaschwilis (62.) rettete Butt jedoch reaktionsschnell.

Auch in der ruppigen Schlussphase, in der zuerst Jones und dann Ribéry gehen mussten, war der groß angekündigte Kampf des FC Bayern nicht zu erkennen. Mit dem Mute der Verzweiflung blieb es auch hier bei Einzelaktionen, die nichts brachten. Kurz vor Schluss (87.) hätte der eingewechselte Orlando Engelaar den Bayern fast noch mit einem Eigentor einen glücklichen Punkt beschert - derweil riefen die Bayern-Fans nach dem "besten Mann": Ottmar Hitzfeld.