Durch die starke Rezession in Deutschland muss die Bundesgesundheitsministerin mit weitaus weniger Einnahmen für den Gesundheitsfonds rechnen, als bisher geplant. Anlass für die negative Berechnung Schmidts sind die Prognosen des am Donnerstag vorgestellten Frühjahrsgutachtens der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute.

Diese hatten einen starken Einbruch bei Beschäftigung und Löhnen prognostiziert, wodurch weniger Arbeitnehmer Beiträge in den Gesundheitsfonds einzahlen würden. "Wenn solche Prognosen tatsächlich eintreten würden, würden über drei Milliarden Euro weniger Beiträge fließen", sagte Schmidt der Süddeutschen Zeitung vom Freitag.

Die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, sagte ebenfalls: "Wir erwarten infolge der Krise einen spürbaren Rückgang der Beitragszahlungen."  Die Krankenkassen könnten ihre Aufgaben jedoch ohne Finanzsorgen erfüllen, hob die Ministerin hervor. Sie versicherte erneut, dass "die konjunkturbedingt ausfallenden Beiträge dieses Jahr vom Steuerzahler ausgeglichen werden". Allerdings müssen die Kassen diesen Zuschuss später zurückzahlen.

Der Chef der KKH-Allianz, Ingo Kailuweit, forderte angesichts der Prognose eine Aufhebung der Rückzahlungspflicht für die Krankenkassen. "Bei einer Finanzlücke in dieser Höhe ist es unmöglich, dass die Kassen die Beiträge 2011 zurückzahlen", erklärte er. "Wenn die Regelung nicht aufgehoben wird, steht das Gesundheitssystem vor einem finanziellen Kollaps."