Ein Glückstor von Patrick Ebert hat Hertha BSC im Rennen um die deutsche Meisterschaft gehalten. Die Berliner gewannen zum Auftakt des Spieltages in Hoffenheim und sind zumindest für eine Nacht erster Verfolger von Tabellenführer VfL Wolfsburg. Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim entschied der zweite Saisontreffer von Ebert (40. Minute) eine Partie, die über weite Strecken vom Neuling dominiert wurde. Die Badener zeigten ansatzweise sogar wieder jenen Spaßfußball, mit dem sie vor der Winterpause begeistert hatten, waren aber im Abschluss einmal mehr harmlos und warten nun schon seit elf Spielen auf einen Sieg.

Hertha trat zwar nicht wie ein Titelaspirant auf, erwies sich aber als Meister in Sachen Effizienz und nutzte die einzige echte Torchance zum Sieg. Die Berliner vertrauten lange Zeit vor allem auf ihre Abwehrstärke und agierten zu umständlich im Spielaufbau. Überraschend in der Startformation der Gäste stand Marko Pantelic, dessen Abschied aus der Hauptstadt im Sommer beschlossene Sache ist. Der Serbe, der nach auskurierter Verletzung vehement seinen Einsatz gefordert hatte, blieb aber blass und hatte seine beste Szene, als er Ebert den Ball zum 1:0 auflegte.

Wesentlich engagierter trat der Herbstmeister auf, der trotz zahlreicher Ausfälle über weite Strecken der Partie tollen Fußball demonstrierte. Hoffenheim spielte druckvoll und holte schon in den ersten zehn Spielminuten zehn Eckbälle heraus. In der 23. Minute verhinderte nur eine Glanztat von Hertha-Schlussmann Jaroslav Drobny die eigentlich verdiente Führung der Hausherren durch Christoph Janker, der im Strafraum frei zum Schuss gekommen war. Auffälligster Akteur bei 1899 war Sejad Salihovic, über dessen linke Seite fast alle Angriffe liefen.

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel gelang den Berlinern dann jedoch fünf Minuten vor der Pause mit der ersten Torchance die Führung. Von Pantelic freigespielt versetzte Ebert seinen Bewacher Janker und überwand Timo Hildebrand mit einem nicht unhaltbar scheinenden Schuss in die kurze Ecke. "Ich bin nicht zufrieden mit unserem Spiel. Heute haben wir aber wieder die Effizienz, die uns in dieser Saison ausgezeichnet hat", sagte Herthas Manager Dieter Hoeneß zur Pause.

Die zweite Spielhälfte war fast eine Kopie der ersten: Hoffenheim spielte weiter entschlossen nach vorn, fand jedoch keine Mittel gegen die aufmerksame Hintermannschaft der Berliner. Nach einem Kopfball von Salihovic (63.) bot sich den Gastgebern die Chance zum Ausgleich, sechs Minuten später brachte Chinedu Obasi das Kunststück fertig, aus fünf Metern am Tor vorbeizuzielen. Obwohl 1899-Trainer Ralf Rangnick in der zweiten Hälfte mit Wellington und Boubacar Sanogo zwei weitere Stürmer einwechselte, wollte das 1:1 nicht gelingen. Pech kam hinzu, als Sanogo (77.) an den Pfosten köpfte.