Sie gelten als Teil des Problems: Manager, die mehr auf ihre Boni und Aktienoptionen schauen statt auf das Wohl der von ihnen geführten Unternehmen. Aufsichtsräte, die mit Vorständen gemeinsame Sache machen und den Topmanagern nicht streng genug auf die Finger schauen. Die Gier nach kurzfristigen Erfolgsbeteiligungen, die fehlende Haftung für falsche Managemententscheidungen und die mangelnde Kontrolle der Vorstände haben maßgeblich zur Wirtschaftskrise beigetragen. Das soll sich nicht wiederholen. Am Donnerstag verständigte sich eine Arbeitsgruppe aus SPD und Union auf strengere Regeln für Vorstände und Aufsichtsräte.

Was will die Große Koalition?

Manager sollen künftig für Fehlentscheidungen mit ihrem Privatvermögen haften und bei einem entsprechend großen Schaden mindestens ein Jahresgehalt zahlen. Nur den darüber hinausgehenden Schaden sollen sie auf eine Haftpflichtversicherung abwälzen können. Bisher können sich Vorstandsmitglieder komplett versichern, die Versicherungsbeiträge zahlen meist die Unternehmen. "Wir gehen davon aus, dass derjenige, der weiß, dass er im Schadensfall auch persönlich haftet, sorgfältiger arbeitet", sagt Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach.

Voraussetzung dafür, dass ein Vorstand überhaupt Schadenersatz zahlen muss, ist, dass der Aufsichtsrat gegen das entsprechende Vorstandsmitglied vorgeht und notfalls Klage einreicht. Der Aufsichtsrat muss nachweisen, dass dem Unternehmen durch eine Entscheidung oder eine Nicht-Entscheidung ein Schaden entstanden ist. "Wir wollen damit auch erreichen, dass sich das Verhalten der Aufsichtsräte ändert", heißt es in der SPD-Bundestagsfraktion.

Was ändert sich noch für Aufsichtsräte?

Vorstände von börsennotierten Aktiengesellschaften sollen mindestens zwei Jahre warten müssen, bevor sie in den Aufsichtsrat des Unternehmens wechseln können. Die Zahl der Aufsichtsratsmandate, die man innehaben darf, soll zudem von derzeit zehn auf fünf sinken. Hier muss aber noch an den Details gearbeitet werden. So ist im Gespräch, dass Vorstände von Familienunternehmen ohne Karenzzeit in den Aufsichtsrat gehen dürfen, um die Generationennachfolge sicherzustellen. Auch wenn der Vorstand Hauptaktionär der Firma ist, könnte die Wartezeit entfallen. Und unklar ist auch noch, ob die Begrenzung der Aufsichtsratsmandate nur für aktive Manager gelten soll oder für jeden.

Was ist mit den Managerbezügen?

Bonuszahlungen sollen erschwert werden. Nach den neuen Plänen sollen die erfolgsabhängigen Zusatzzahlungen erst nach Vertragsende ausgezahlt werden. Das soll dazu führen, dass sich die Manager stärker als bisher am langfristigen Erfolg ihres Unternehmens orientieren. Im Gespräch ist auch, Aktionären auf der Hauptversammlung das Recht zu geben, per Abstimmung ihr Missfallen über die Managerbezüge zum Ausdruck zu bringen. Zwar soll ein solcher Beschluss keine bindende Wirkung haben, aber er soll dem Aufsichtsrat, der über die Vorstandsbezüge entscheidet, ein Signal senden. Über Details will die Koalitionsarbeitsgruppe unter Leitung von Bosbach und SPD-Fraktionsvizechef Joachim Poß am 7. Mai abschließend beraten.