Es seien bislang 62 Fälle bekannt, bestätigte die Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Fadela Chaib, am Samstag in Genf. Allerdings ist die spezielle Virusvariante bislang nur bei 18 Fällen als Schweinegrippe (A/H1N1) identifiziert worden. Die WHO steht in ständigem Kontakt mit den Behörden in Mexiko und den USA sowie anderen Ländern der Region. Das für Notfälle zuständige Strategische Gesundheitsoperationzentrum (Strategic Health Operations Centre) der Organisation sei im Einsatz, sagte Chaib. Das in Mexiko grassierendes Grippevirus hat auch Menschen in den USA infiziert. Der Erreger ist nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde bei acht Erkrankten nachgewiesen worden. "Allen diesen Patienten geht es besser", betonte der zuständige ärztliche Direktor, Richard Besser.

Nach Angaben der mexikanischen Behörden werden rund 1000 Menschen in Krankenhäusern behandelt. Die meisten Fälle traten in Mexiko-Stadt und im Staate Mexiko auf, der die Hauptstadt umschließt. Alle Schulen und Universitäten wurden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Regierungen in Nicaragua und Kolumbien kündigte am Freitagabend an, Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung der Grippe in ihre Länder zu verhindern.

Bei dem Virus A/H1N1, der vom Schwein übertragen wird, handelt es sich um eine Mutation des H1N1-Virus. Bei 18 Todesfällen wurde dieser Virus nachgewiesen, der in den 70er Jahren zum ersten Mal aufgetaucht ist. In den übrigen Todesfällen wurde nach Angaben des mexikanischen Gesundheitsministeriums das Virus noch nicht nachgewiesen. Gesundheitsminister José Ángel Córdova Villalobos sagte, es handele sich um eine "kontrollierte Epidemie". Nach Angaben der US-Seuchenbehörde seien die Hintergründe des Virus aber noch weitgehend unklar.

Präsident Felipe Calderón rief die Gesundheitsbehörden aller 33 Bundesstaaten zu einer Krisensitzung in die Hauptstadt. Viele Veranstaltungen, vor allem solche mit Kindern, wurden abgesagt. Auch die Fußballclubs sagten Spiele des Wochenendes ab. Die Menschen wurden aufgefordert, Mundschutz zu tragen und möglichst nicht in Restaurants, Bars und Kinos zu gehen.

Schwarzenegger sagt neuem Schweinegrippevirus Kampf an

Auch Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat dem mysteriösen neuen Schweinegrippevirus den Kampf angesagt. Er kündigte am Freitag an, rigoros und gründlich gegen die Seuche vorzugehen, an der in Mexiko bereits Dutzende Menschen gestorben und in Kalifornien mehrere Bürger erkrankt sind. Internationale und Bundesexperten seien herangezogen worden, um der Krankheit möglichst schnell auf den Grund zu gehen, erklärte Schwarzenegger.

Der Direktor des kalifornischen Zentrums für ansteckende Krankheiten, Gil Chavez, betonte, dass die hohe Zahl der Krankheitsfälle äußerst ungewöhnlich sei. "Das ist weitgehend ein Rätsel", sagte er. Mit weiteren Fällen müsse gerechnet werden.