Seit dem Börsengang des Konzerns Anfang 1986 ist es der erste Rückgang der Quartalserlöse: Der Gewinn brach im abgelaufenen Quartal um fast ein Drittel auf knapp 3,0 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) ein. Der Umsatz fiel um 6 Prozent auf 13,6 Milliarden Dollar.

Microsoft rechnet nicht mit einer schnellen Besserung am Markt. "Wir erwarten, dass die Schwäche mindestens bis ins nächste Quartal anhält", sagte Finanzchef Chris Liddell. Der Softwarekonzern leidet darunter, dass weltweit weniger Computer verkauft werden. Der Absatz von Computern war im ersten Quartal laut Marktforschern um 6,5 Prozent geschrumpft. Werden weniger Computer verkauft, kann Microsoft etwa sein Betriebssystem Windows seltener absetzen. Außerdem sind die verkauften Computer häufig Mini-Notebooks, von denen zahlreiche nicht mit Windows, sondern mit dem freien Betriebssystem Linux arbeiten.

In der für Windows zuständigen Client-Sparte fiel der Umsatz um 16 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar und der operative Gewinn sackte um 19 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar ab.

Auch im Online-Bereich fiel der Umsatz inmitten der verschärften Konkurrenz mit Branchenführer Google um 14 Prozent auf 721 Millionen Dollar. Der Verlust war mit 575 Millionen Dollar mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. In der Wirtschaftskrise fahren viele Unternehmen auch die Online-Werbeausgaben zurück und fokussieren sich verstärkt auf Google als unangefochtenen Marktführer.

Microsoft belasteten in seinem Ende März abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal zudem hohe Abschreibungen auf Investments sowie Kosten für den laufenden Stellenabbau. Wegen der Wirtschaftskrise werden erstmals in der Firmengeschichte weltweit rund 5000 Stellen - etwa fünf Prozent aller Jobs im Konzern - gestrichen. Für die Jobkürzungen musste der Softwareriese 290 Millionen Dollar zurückstellen. Die Abschreibungen auf Investments schlugen mit 420 Millionen Dollar zu Buche.