Die Bestätigung kam vom Vorsitzenden des Opel-Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz: Die Verhandlungen um eine Übernahme des Autobauers durch den italienischen Konkurrenten Fiat sind offenbar weit gediehen. Es soll eine Frage von Tagen sein, bis eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet wird.

Fiat-Chef Sergio Marchionne hat zwar erklärt, es habe noch keine direkten Verhandlungen mit Opel gegeben. Trotzdem wird viel spekuliert, was Fiat mit einer solchen Neuerwerbung langfristig im Sinn haben könnte. Nicht zuletzt deshalb, weil die Bundesregierung einem Investor mit Bürgschaften helfen will. "Fiat hat 14,2 Milliarden Euro Schulden und richtig dicke Liquiditätsprobleme. Die kommen derzeit nicht an Geld", sagte Franz.

Auch Stefan Bratzel hält es für möglich, dass Fiat durch eine Übernahme vor allem günstige, weil staatlich abgesicherte Kredite abschöpfen will. Bratzel ist Leiter des Center of Automotive der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. "Richtig beurteilen kann man das erst, wenn klar ist, inwieweit ein Investor selbst mit ins Risiko gehen will." Wer eigenes Geld und ein langfristig angelegtes Konzept mitbringe, dem könne man eher glauben, an einem Erfolg von Opel interessiert zu sein, als einem Investor, der sich die Übernahme komplett vom Staat bezahlen lasse.

Dass Fiat grundsätzlich daran interessiert ist zu wachsen, daran gibt es keine Zweifel. Fiat produziert derzeit 2,2 Millionen Autos pro Jahr. Konzernchef Sergio Marchionne hat stets betont, dass er sein Unternehmen für zu klein hält, um langfristig bestehen zu können. Mit Opel und der britischen Schwester Vauxhall kämen 1,5 Millionen Fahrzeuge dazu.