Die undatierte Komposition stammt nach Expertenmeinung aus dem Jahr 1838, als Schumann das 13-teilige Pianowerk Kinderszenen komponierte.

Das haben Münchner Wissenschaftler des Internationalen
Quellenlexikons der Musik
(Répertoire International des Sources Musicales/RISM) und der Düsseldorfer Robert-Schumann-Forschungsstelle herausgefunden.

Der Düsseldorfer Wissenschaftler Michael Beiche sprach von einer "Sensation" für die Schumann-Forschung. Mehr als ein Dutzend ähnlicher kleiner Stücke seien verschollen. Das Notenblatt, das in der Überlinger Leopold-Sophien-Bibliothek gefunden wurde, gebe einen wichtigen Einblick in Schumanns Schaffenszeit Ende der 1830er Jahre und in seine Kompositionsprozesse allgemein.

Das Blatt im Format 21,5 mal 34 Zentimeter trägt eine Widmung der Frau des Komponisten, Clara Schumann, an den befreundeten Lithographen und Fotografen Julius Allgeyer (1829-1900). Allgeyer, dessen Familie aus Überlingen stammte, und das Ehepaar Schumann kannten sich aus Düsseldorf, wo der Komponist städtischer Musikdirektor gewesen war. Von Clara Schumann ist unter anderem handschriftlich die Tempoangabe des Stücks "Langsam" vermerkt.

Der in Überlingen lebende Bruder des Beschenkten, der Kunstsammler und Autor Leo Allgeyer (1827-1891), hatte der wissenschaftlichen Bibliothek 1888 eine Mappe übergeben, in dem die Schumann-Komposition lag. Bei Erfassung und neuer Katalogisierung dieses Nachlasses war die Leiterin Roswitha Lambertz 2006 auf die Notenhandschrift gestoßen. Im September soll Schumanns Werk in Überlingen im Rahmen eines Konzerts erstmals erklingen.

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