Die Telekom darf künftig die Endkundenpreise für Telefonate im deutschen Festnetz ohne Vorgaben der Bundesnetzagentur selbst bestimmen. Bislang musste der ehemalige Monopolist die Endkundenpreise bei der Behörde vorlegen, die dann geprüft hat, ob die Telekom ihre Marktführerschaft missbraucht. In diesem Markt gebe es inzwischen aber eine Tendenz zu "wirksamem Wettbewerb", teilte nun die Agentur am Freitag zur Begründung mit.

Auch die Entgelte für Telefongespräche und Datenströme von anderen Anbietern, die nur durch ihr Netz geleitet werden, muss sich die Telekom künftig nicht mehr von der Netzagentur genehmigen lassen. "Mit diesen beiden Entscheidungen bestätigen wir einmal mehr, dass die Bundesnetzagentur nicht starr an der Regulierung festhält, sondern sich dort zurückzieht, wo die Rahmenbedingungen dies zulassen", erläuterte Behördenpräsident Matthias Kurth.

Ein paar Vorgaben der Bundesnetzagentur bleiben dennoch: Die Telekom muss weiterhin Verbindungen von anderen Anbietern in ihr Netz zulassen. Auch Telefonate in Netze von Wettbewerbern sowie "Call-by-Call"- und "Preselection"- Angebote oder Anrufe zu Mehrwertdiensten in alternativen Netzen müssen nach wie vor ermöglicht werden. Auch die für Anrufe aus fremden Netzen berechneten Terminierungsentgelte muss sich die Telekom weiterhin von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen.