Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des Forschungsinstituts CLSA für das verarbeitende Gewerbe stieg im April auf 50,1 Punkte von 44,8 Zählern im März, wie CLSA am Montag mitteilte. Damit durchbrach das viel beachtete Barometer erstmals seit Juli 2008 die Marke von 50, ab der Wachstum signalisiert wird.

Es ist der höchste Stand seit neun Monaten. Die Regierung in Peking habe außerordentlichen Erfolg mit ihren Konjunkturprogrammen, sagte CLSA-Konjunkturchef Eric Fishwick. Auch Exportaufträge hätten zugelegt. Er hoffe nun, dass eine wachsende Binnennachfrage den Index auch in den kommenden Monaten über der Marke von 50 halte. Das Bruttoinlandsprodukt war zwischen Januar und März nur noch um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen.

Dennoch bestätigen die CLSA-Daten den Trend zur Erholung der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft, den das chinesische Statistikbüro am Samstag gemeldet hatte. Der amtliche PMI hält sich demnach bereits den zweiten Monat in Folge über der Schwelle von 50 Punkten: Im April legte er auf 53,5 Zähler von 52,4 Punkten im März zu.

Analysten sahen in den beiden Umfragen ihre Einschätzung bestätigt, dass die chinesische Wirtschaft wieder in Gang kommt und auch die Weltwirtschaft nach ihrem schärfsten Rückgang seit sechs Jahrzehnten wieder wachsen könnte. Die Experten zeigten sich vor allem beeindruckt von der Breite der Erholung in China, da sämtliche Indizes wie für Neuaufträge, Produktion und Beschäftigung die 50-Punkte-Marke erstmals seit Juli durchbrachen.

Deutsche Wissenschaftler wie Christian Dräger, Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), warnen jedoch davor, die jüngsten Daten überzubewerten. Diese seien zwar "ein Indiz, dass die Schwere des Absturzes vorbei ist". Allerdings sei es "zu früh, das dem Konjunkturprogramm zuzuschreiben".