Herrlich, so ein Frühstück! Die Croissants dampfen noch, ein Glas Saft dazu, eine Tasse Kaffee, die Katze schnurrt auf dem Sofa, die Zeitung liegt bereit — doch irgendwas stimmt hier nicht, etwas ist "entschieden eklig".

Es ist kein Geruch, auch keine verranzte Butter, Anlass der Verstimmung ist ein Filmprojekt. Und das ist noch nicht einmal im Kasten. Bernd Eichinger produziert einen Film über das Leben von Bushido. Und die Autorin Johanna Adorján holt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitungzum Rundumschlag gegen den Rapper aus: "Bushido ist mit menschenverachtenden Texten zum Millionär geworden, hat sich mit sexistischen Gewaltphantasien und wirren Halbsätzen, die unter die Gürtellinie zielen und sich noch nicht einmal richtig reimen, einen Platz in den Kinderzimmern seiner Fans erobert", schreibt sie und zählt weiter auf:

"Zuletzt machte Bushido Schlagzeilen, als er in einem Interview sagte, mit Angela Merkel würde er aufgrund ihres Status Sex haben; Frauen werden in seiner Autobiographie so ziemlich kollektiv als 'Nutten' bezeichnet; und um vielleicht doch mal einen seiner Refrains zu zitieren" — und das ersparen wir Ihnen, damit Sie heute noch Nahrung aufnehmen können. Und was ist mit Bernd Eichinger los? "Hier geht es um gar nichts mehr außer um Geld. Nacktes, blödes, mit Mist verdientes Geld. Es ist ein Projekt von Millionär zu Millionär, Erfolg bewundert Erfolg, ein Alpha-Mann sieht sich womöglich in einem Jüngeren selbst."

An gemütliches Frühstück ist beim alljährlichen South-by-South-West-Festival in Austin, Texas, nicht zu denken. Es ist die bekannteste Talentmeile der Musikindustrie. Tagelang dröhnt es aus allen Ecken. Menschen hetzen von Konzert zu Konzert. Thomas Venker war für das Magazin Intro da. Seine Mission: Nachwuchsgangster finden. Wie zum Beispiel Kap Bambino aus Frankreich. Venker fragt: "Was sind eure schlimmsten Verbrechen?" Der Musiker Orion Bouvier antwortet: "Ich habe mit einem Motorrad eine ältere Dame überfahren. Ich war erst zwölf. Das war natürlich illegal. Sie starb." Hoffentlich wird die Geschichte nicht auch irgendwann verfilmt.

So viel zum Neuen, zurück zum Alten. Was ist rund und knistert, knackt, rumpelt, eiert? Man ahnt es schon, es geht um die "erstaunliche Rückkehr des Vinyls". Mal wieder. Im Zeitalter des Digitalen wollen mehr Menschen den analogen Klang der Schallplatte, mannigfaltig wurde das Thema in den deutschen Medien ausgewalzt. Der Autor Jens-Christian Rabe hat sich für die Süddeutsche Zeitung auf die Suche nach Erklärungen begeben. In der Zeitschrift LP — Magazin für analoges Hi-Fi findet er "Kunststoff-Plattenspieler für 2500 Euro", einen "Phonoverstärker für 4000 Euro und eine Plattenwaschmaschine für 560 Euro [...]. Was ist da eigentlich los? Vinyl-Wahnsinn?", fragt Rabe.