In 19 Ländern der Erde seien bestätigte Fälle aufgetreten, teilte das Europäische Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC) in Stockholm am Montag mit. Demnach sind 929 Fälle außerhalb und 79 innerhalb Europas nachgewiesen. In Deutschland haben sich seit Sonntag keine neuen Fälle der Amerikagrippe bestätigt. Bei allen acht Infizierten habe die Erkrankung einen leichten Verlauf genommen, sagte Prof. Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin.

Die Zahl der Menschen, die sich in Mexiko nachweislich mit der Amerikagrippe infiziert haben, ist auf 701 gestiegen, davon sind 26 gestorben. Dies gab der mexikanische Gesundheitsminister José Ángel Córdova am Montagmorgen (Ortszeit) in Mexiko-Stadt bekannt. Das waren 111 nachgewiesene Fälle und 4 Todesfälle mehr als am Vortag. Dennoch betonte der Minister erneut, die Epidemie habe in Mexiko ihren Höhepunkt erreicht und sei rückläufig. In Mexiko-Stadt wurde der Epidemiealarm von rot auf die niedrigere Stufe gelb herabgesetzt. Gleichzeitig machte Córdova aber auch darauf aufmerksam, dass sich das Virus jetzt regional ausgebreitet habe. Mittlerweile seien in 23 der 31 Bundesstaaten Fälle aufgetreten.

Um eine weitere Verbreitung des neuartigen Grippevirus H1N1 zu verhindern, blieben in Mexiko auch zu Beginn der neuen Woche Geschäfte und Büros geschlossen. Bürgermeister Ebrard stellte jedoch für die kommenden Tage die Rückkehr zum normalen Leben in Aussicht. Bars, Restaurants, Kinos und Theater würden allerdings aus Sicherheitsgründen noch eine Zeit lang geschlossen bleiben.

Auch die Vereinten Nationen (UN) geben Entwarnung. Die Weltgesundheitsorganisation habe derzeit nicht die Absicht, wegen der Virusinfektion die höchste Warnstufe 6 auszurufen, teilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Montag mit. Die WHO-Chefin Margaret Chan ergänzte, es gebe keine Anzeichen, dass die vor allem in Mexiko grassierende Epidemie die Ausmaße der Spanischen Grippe von 1918 annehmen werde, bei der weltweit rund 50 Millionen Menschen gestorben waren. Dennoch sei das Virus wegen seiner Unberechenbarkeit nicht zu unterschätzen. "Alle Welt ist in Gefahr, sich mit dem Erreger anzustecken", warnte Chan. Deshalb sei überall höchste Wachsamkeit geboten. Als übertrieben kritisierte die WHO-Direktorin die von einigen Ländern eingeleiteten Handelsbeschränkungen. "Sie sind derzeit noch nicht angebracht."

Aus Sorge vor einem Übergreifen der Krankheit auf Tierbestände haben weltweit 20 Länder die Einfuhr von lebenden Schweinen, Schweinefleisch, Rindern, Geflügel, Futtermittel und tierischem Samen untersagt. Darunter sind nach einer Übersicht der WHO Länder wie Russland, China, die Schweiz, Kroatien, Indonesien, Thailand und Ecuador. Vom Importverbot sind vor allem Mexiko, die USA und Kanada betroffen. Im Handel mit Schweinefleisch werden jährlich weltweit etwa 26 Milliarden Dollar umgesetzt.