Hertha BSC Berlin: Der Gute-Laune-Bär tanzt auf dem Motorrad

Micky Mandla ist der Manager des Hertha-Maskottchens Herthinho.

Eigentlich wollen Herthinho und ich nicht so viel über den Titel sprechen. Wir halten es da mit Trainer Lucien Favre, der den Ball schön flach hält. Eine Meisterfeier ist noch nicht geplant. Wozu auch! Am Ende werden wir vielleicht doch nicht Meister. Wenn wir aber den Titel holen, sind wir in der Lage, kurzfristig was auf die Beine zu stellen. Dann gibt es einen Autokorso durch die Stadt, vorneweg Herthinho auf dem Motorrad.

Ich kann mir auch eine tolle Fan-Party vor dem Roten Rathaus vorstellen, wo die Spieler vom Balkon mit Sekt spritzen und dem Volk die Meisterschale präsentieren. Herthinho wird Milch mit Honig trinken. Er braucht keinen Alkohol, er ist von Natur aus in Partylaune.

Ich werde oft gefragt, wer sich unter dem Kostüm von Herthinho verbirgt. Mir sind auch schon fünfstellige Summen geboten worden. Ich werde es aber nicht verraten.

Was ich nicht mehr hören kann, ist das ganze Gerede, Hertha spiele einen unattraktiven Fußball. Ich nenne es effektiv. Das haben wir gegen Bochum wieder gesehen. Das waren Kontertore vom Feinsten.

Es ist auch falsch zu behaupten, im Olympiastadion wäre keine gute Stimmung. Ich bin seit meiner Kindheit Hertha-Fan. Doch gegen Bochum waren noch nie 72.000 Zuschauer da, außer am vergangenen Wochenende. Ich bekam eine Gänsehaut. Herthinho hat so eine Euphorie auch noch nie erlebt, obwohl er schon zahlreiche Fanfeste besucht hat. Er ist einmal als Trauzeuge zu einer Hochzeit nach Frankfurt am Main gereist. Die Eheleute sind Hertha-Fans und wollten den Gute-Laune-Bären unbedingt dabei haben.

Ein weiterer Grund, weshalb Hertha und Herthinho die Meisterschaft verdient hätten. Der Bär ist das einzige Maskottchen der Liga, das mit seinem Team gespielt hat. Bei einem Freundschaftsspiel gegen LOK Leipzig ist der 2,35 Meter große und 128 Kilogramm schwere Bär in der 85. Minute eingewechselt worden. Ein Tor hat er aber nicht erzielt.

Hertha BSC spielt heute in Köln, dann im eigenen Stadion gegen Schalke und zum Saisonende in Karlsruhe.