Lange wurde den Deutschen ein gespaltenes Verhältnis zu ihrer eigenen Nation und ihrem Land nachgesagt. Die Nazi-Zeit wirkte hier bei Vielen, vor allem Linken, nach. Doch seit der Einheit hat sich offenbar auch das nationale Selbstbild gewandelt und Platz geschaffen für eine unverkrampfte, eher emphatische Sicht auf das vereinte Deutschland.

Das belegt eine am Freitag vorgestellten Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dazu wurden Menschen aus den alten und neuen Bundesländern befragt, mit welchen Gefühlen sie auf die Geschichte der Bundesrepublik blicken, was sie an ihrem Land schätzen und was sie vom Staat erwarten. Die Bilanz ist durchweg positiv – und räumt mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, dass Deutsche nicht auf ihr Land stolz sein können.

© ZEIT-Grafik/​Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung 2009

Rund 90 Prozent der Deutschen bewerten die 60-jährige Geschichte der Bundesrepublik als Erfolgsgeschichte. So verwundert es nicht, dass gut zwei Drittel der Befragten auch stolz auf die Bundesrepublik von heute sind. Dabei empfinden die Westdeutschen mit 69 Prozent zwar mehr Stolz als ihre Mitbürger in den neuen Bundesländern, diese stimmten der Aussage aber auch mit 57 Prozent zu.

Innerhalb der Parteienlandschaft ist die Zustimmung am höchsten bei den Anhängern der Union, am schwächsten bei den Linken (39 Prozent), die sich mit  den Zuständen im Land offenbar noch immer schwer tun.

Auch die deutsche Verfassung genießt ein hohes Ansehen: Nahezu drei Viertel aller Befragten sind stolz auf das Grundgesetz. Im parteipolitischen Spektrum weichen auch hier nur die Linken mit einer 25 Prozent geringeren Zustimmung ab.