Mehr als 30 Milliarden Tonnen Kohlendioxid bläst die Weltgemeinschaft jährlich in die Atmosphäre – und hüllt damit die Erde in eine zusätzliche Heizdecke. Energiesparen lässt aber so manchen Ökonomen und Politiker um Wirtschaftswachstum wie Wählerstimmen fürchten und nach Alternativen suchen. In der Tiefe versenken lautet ihre Hoffnung.

Basalt heißt der neue Stein der Weisen – zumindest jener, die nach Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel suchen und nicht allein auf Energiesparen setzen wollen. Die chemischen Eigenschaften dieses vulkanischen Ergussgesteins wollen David Goldberg und seine Kollegen vom Lamont-Doherty Earth Observatory in Palisades im US-Bundesstaat New York nun nutzen, um Kohlendioxid zumindest für die nächsten Jahrzehnte aus dem Verkehr zu ziehen und damit der Erderwärmung entgegenzuwirken.

Eigentlich zeichnet sich Basalt dadurch aus, dass er relativ beständig ist und zum Beispiel nur schwer verwittert, doch zumindest in der Tiefsee könnten Ingenieure und Geologen die besonderen Umweltbedingungen nutzen und das Gestein in ihrem Sinne manipulieren: Pumpt man CO2 in die dunklen und kalten Abgründe der Ozeane, vermischt es sich dort mit dem salzigen Meerwasser; infiltriert es dann ins Gestein, reagiert das Kohlendioxid mit Kalzium- und Magnesium-Ionen des Basalts.

Am Ende entsteht daraus Kreide, in der das Treibhausgas vorerst unwiderruflich gebunden ist – zumindest im Laborversuch.

Sichere Tiefe

Das sollte aber auch in der Natur möglich sein, weshalb Goldbergs Team schon einen Schritt weiter geht und ein geeignetes Gebiet für ein derartiges CO2-Endlager ausgemacht hat: basaltischen Meeresboden in der Nähe des Juan-de-Fuca-Rückens im Pazifik vor Oregons Küste – 78.000 Quadratkilometer Meeresboden, der nach Auswertung von Tiefseebohrungen und Ansicht der Forscher perfekte Bedingungen bietet.

Weite Teile des potenziellen Gasspeichers liegen zum Beispiel unterhalb einer 2700 Meter mächtigen Wassersäule. Dies garantiert ausreichend hohen Druck und kühle Temperaturen an der Basis, die das Kohlendioxid verflüssigen und dafür sorgen, das es – schwerer als das umgebende Wasser – nicht aufsteigen kann.

Seit das magmatische Ausgangsmaterial aus zahlreichen Vulkanen und Rissen in der Erdkruste an die Oberfläche gesickert ist, haben sich über den Basaltdecken mehr als 200 Meter dicke, feinkörnige Sedimentschichten aufgetürmt.