Meteorologen richten ihren Blick gerne in die Zukunft – je weiter, desto besser, so die landläufige Meinung. Doch es gibt auch einen gegenteiligen Trend: Die Wetterfrösche des Deutschen Wetterdienstes wollen sich mit einem neuen Superrechner näher an das Jetzt herantasten – und scheinbar aus dem Nichts zuschlagende Unwetter, Hagelschlag und Platzregen treffsicher vorhersagen.

Seit den 1970er Jahren haben die Meteorologen der Zukunft Tag um Tag entrissen. Damals reichte der Blick aufs Wettergeschehen gerade einmal bis zum nächsten Tag – ob der Sonntag sonnig oder trüb wird, ließ sich am Freitag noch nicht sagen. Heute können Wettersimulationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) dagegen bis zu eine Woche in die Zukunft blicken: Ob Ostern blauer Himmel herrscht oder Weihnachten weiß wird, lässt sich schon einige Tage vorher relativ sicher vorhersagen.

Möglich machen das Wettersatelliten, ein Netz aus Messstationen und vor allem Computer, die mit diesen Rohdaten und drei Wettermodellen Luftdruck, Wind, Feuchte und Wolken für Deutschland, Europa und den gesamten Erdball berechnen können.

Ihre Ergebnisse nähern sich allerdings der natürlichen Grenze für die Vorhersagbarkeit des Wetters. Denn eine Prognose über mehr als zehn Tage kann nur selten funktionieren, meinen die Experten aus Offenbach: Die Atmosphäre der Erde verhält sich einfach zu chaotisch.

Sie ähnelt gewissermaßen einem Ball, der einen steinigen Hügel hinunterrollt. Er wird auf seinem Weg an mehrere Steine stoßen und immer wieder abweichen, bis er im Tal zum Stehen kommen. Ein weiteres Mal würde der Ball allerdings genau die gleiche Bahn nicht mehr rollen: Schon ein leicht veränderter Startpunkt ließe ihn zumindest in einem anderen Winkel an die Hindernisse prallen, was seinen gesamten Lauf beeinflusst. Je weiter er sich schließlich dem Tal nähert, desto mehr wird sich seine Bahn von der ersten unterscheiden, und er würde an gänzlich anderer Stelle enden.

Der Teufel im Detail