US-Präsident Barack Obama will seine Rede an die Muslime der Welt, die er im Wahlkampf versprochen hat, am 4. Juni in Ägypten halten. Der genaue Ort stehe aber noch nicht fest, sagte sein Sprecher Robert Gibbs. Amerika hatte seit Monaten spekuliert, wo der Präsident die mehrfach angekündigte Ansprache über seine Sicht des Islam halten werde. In dieser Grundsatzrede wolle er betonen, dass die USA sich nicht im Krieg mit der muslimischen Welt sähen, sondern im Kampf gegen wenige Terroristen.

Das Weiße Haus verknüpft die Route mit persönlichen Lebensetappen Obamas. Der Vater des Präsidenten stammt aus dem muslimischen Teil Kenias, er selbst hat dreieinhalb Jahre seiner Kindheit in Indonesien verbracht, dem Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Erde. Obama besuchte in dieser Zeit sowohl eine staatliche muslimische als auch eine christliche Schule. 

Die Ankündigung des Weißen Hauses löste kritische Fragen aus, ob Ägypten die richtige Wahl sei: ein mit den USA verbündetes Land unter einem autokratischen Herrscher mit einer gefährlich starken islamistischen Opposition? Gibbs sagte, Obamas Besuch dort sei nicht als Unterstützung der politischen Verhältnisse gemeint. US-Medien schildern die Lage in Ägypten als typisch für die Herausforderungen, vor denen arabische und andere muslimische Staaten stehen.

Vor Obamas Besuch wird der 81-jährige Präsident Ägyptens, Hosni Mubarak, im Mai nach Washington kommen, voraussichtlich nach dem Antrittsbesuch des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu. Ein Israel-Besuch des US-Präsidenten während der Nahostreise sei wahrscheinlich nicht vorgesehen, melden amerikanische Medien.

Am 5. Juni wird Obama zum zweiten Mal innerhalb von neun Wochen Deutschland besuchen. "Wir hoffen, Merkel zu sehen", sagte Gibbs. Er korrigierte damit deutsche Medienspekulationen, Obamas Beziehung zur Kanzlerin sei belastet und er wolle ihr deshalb im Bundestagswahlkampf aus dem Weg gehen.

Während seines Besuchs in Deutschland wird der Präsident "Dresden und das Konzentrationslager Buchenwald" besuchen. Gemeint ist das Arbeitslager Ohrdruf, das organisatorisch zum KZ Buchenwald gehörte und gut 50 Kilometer weiter südwestlich liegt. Obama betrachte den Besuch dort als "Mahnung an die historischen Umstände". Am 6. Juni werde er dann in die Normandie reisen zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten.