Für Opel gibt es nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen neuen ernsthaften Interessenten. Demnach prüft der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood eine Beteiligung an der Tochter des US-Konzerns General Motors (GM). Ripplewood agiert in Europa über die Brüsseler Tochtergesellschaft RJH International. Im Jahr 2004 hatte sie den deutschen Autozulieferer Honsel erworben, der derzeit mit Finanzierungsschwierigkeiten kämpft. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von ersten Gesprächen. Allerdings seien die Erfolgschancen einer solchen Kooperation von beiden Seiten als gering eingeschätzt worden.

RJH war allerdings für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auch Opel lehnte einen Kommentar ab.

Neben Ripplewood sind auch der italienische Fiat-Konzern und der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna an Opel interessiert. Magna will mit dem russischen Autohersteller Gaz kooperieren. Gaz bestätigte erstmals offiziell sein Interesse. "Wir hoffen auf die weitere Kooperation mit Opel und Magna beim Bau konkurrenzfähiger Personenwagen für Russland und andere Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)", teilte die Vizechefin des Konzerns, Jelena Matwejewa, mit. Gaz wolle dabei eine neue Fabrik und sein Vertriebsnetz zur Verfügung stellen.

Die Zeit für eine Übernahme drängt. Aller Voraussicht nach muss der US-Konzern GM schon in den nächsten zwei Wochen Insolvenz anmelden, weil er keine zusätzlichen Staatskredite mehr erhält. Zuvor war bekannt geworden, dass sechs GM-Manager in den vergangenen Tagen Aktien im Wert von rund 315.000 Dollar abgestoßen haben. Zu ihnen gehört auch der Chef von GM Europe, Carl-Peter Forster. 

Damit erwiesen die Führungskräfte des angeschlagenen Autobauers ihrem Unternehmen einen Bärendienst: Die GM-Aktien wurde auf den tiefsten Stand seit 76 Jahren gedrückt. Die Papiere des ums Überleben kämpfenden Herstellers brachen an der Wall Street um über 20 Prozent ein und waren zeitweise nur noch 1,09 Dollar wert - so wenig wie zuletzt 1933.