Montag 11. Mai 2009
a, b, c oder d?

Montag, 14 Uhr: "Herr Knieps, ich habe gehört unsere letzte Diskussion hat Sie in latente Depressionen gestürzt!?" So eröffnet der Professor das Seminar. Der Grund: Es gibt bekanntermaßen zwei Möglichkeiten, an eine wissenschaftliche Arbeit heranzugehen. Entweder man deckt sich mit tonnenweise Literatur ein, zitiert dann was das Zeug hält, und hat am Ende 289 Fußnoten und ein 18 Seiten langes Quellenverzeichnis. Oder aber man fängt selbst ein bisschen an zu forschen, und das ist gar nicht so einfach.

Wir setzen also den Safari-Hut auf und gehen auf Expedition ins Reich der Fragen. Bei Forschung denken wir sofort an Labore, Petrischalen, Mikroskope und nicht an Fragebögen, Stichprobengröße oder Antwortskalen. Doch genau das ist gefragt: Sowohl Lene als auch Stephan konzipieren für ihre Abschlussarbeit eine empirische Untersuchung. Beide machen einen auf Günther Jauch und spielen Quizmaster. Dafür müssen sie aber zunächst einmal einen Fragebogen erstellen.

Genau den hatte Stephan letzte Woche im Seminar zum Abschuss freigegeben - und alle haben drauf los geballert. Sein Fragebogen umfasste nach der "Exekution" wie der Professor es nannte, nicht mehr 17, sondern nur noch 9 Fragen. Die restlichen Fragen wurden als vollkommen unnötig empfunden und gestrichen. So muss Stephan wieder Variablen operationalisieren und ärgert sich, nicht zwischen zwei Bücherstapeln in der Bib zu sitzen, sondern mit Safari-Helm im Seminar. Und er stellt sich die offene Frage "Was mache ich hier eigentlich?" Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr. Nächste Woche startet der Pretest.

Bachelor-Faktor (Skala von 1 bis 10): 1,5
Seitenzahl: 7 Fragen
 

Donnerstag, 14. Mai 2009
Haltungsnoten in der Bib

Obwohl wir uns ganz der Forschung verschrieben haben und akribisch an unseren Fragebögen basteln, benötigen wir für unsere Arbeiten doch auch das ein oder andere Buch. Besuche in der Bibliothek sind daher unvermeidbar. Dort rennen wir planlos und nur um unser Gewissen zu beruhigen durch die Bücherreihen.

Über das Bedrucken von Buchrücken könnte man auch einmal nachdenken © Lene-Lotte Burkhard/Stephan Knieps

Stephan erkennt man an der schiefen Kopflage und daran, dass er sich trotz Warnschildern mit der Aufschrift "Bitte Ruhe!" unentwegt aufregt: "Warum sind Bücherrücken längs und nicht quer bedruckt?" Denn die aufrechte Suche im Katalog ist ihm zu langwierig. Er zieht es in der Hoffnung auf einen Geistesblitz vor, die einzelnen Buchtitel auf Augenhöhe zu sondieren. Und so klappert er die Regale in Schieflage ab.