Nur mit Investitionen in die Zukunft und mit Entlastungen gelinge der Weg aus der für Deutschland schlimmsten Krise in den vergangenen 60 Jahren, sagte Merkel zur Eröffnung des CDU-Europawahlkampfs in Aachen. "Entlastung, Zukunftsinvestition und solide Haushaltsführung gehören für uns zusammen. Das ist der Dreiklang, mit dem wir Wachstum schaffen und aus der Krise herauskommen." Die CDU stehe für eine soziale Marktwirtschaft und werde sie auch international vertreten.

Die anstehenden Wahlen seien gleichzeitig eine Entscheidung über die Strategie aus der Krise. "Lassen sie uns eine Politik machen die sagt, wir haben genug von den linken Experimenten. (...) Wir haben aber auch genug von denen die sagen, wir brauchen überhaupt keine Regel", sagte Merkel vor rund 2500 Menschen. Deutschland müsse dafür sorgen, dass es eine solche Krise nicht wieder gebe.

"Es ist die Stunde, in der wir darauf verweisen müssen, was die soziale Marktwirtschaft uns an Frieden, Ordnung und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gebracht hat und dass wir das auch woanders erwarten, damit wir nicht in Mitleidenschaft gezogen werden", sagte Merkel. Dazu brauche Deutschland Europa.Die EU habe neben der Sicherung des Friedens in Freiheit die neue Aufgabe, dafür eintreten, "dass Prinzipien des verantworteten Wirtschaftens, so wie wir es in der sozialen Marktwirtschaft kennen, weltweit umgesetzt werden, damit auch Zusammenhalt auf der Welt möglich ist".

Der CSU-Chef Horst Seehofer forderte unterdessen schnelle Steuerentlastungen. "Nach der Bundestagswahl werden wir gemeinsam die dritte Stufe einer leistungsgerechten Besteuerung angehen", sagte er dem Nachrichtenmagazin Focus an. Nach der Korrektur der Pendlerpauschale und der Einkommensteuersenkung zum 1. Juli müsse schnell der dritte Schritt folgen.

Laut einem Bericht des Magazins Spiegel haben sich Merkel und Seehofer, darauf verständigt, keinen festen Termin für Steuersenkungen in das Wahlprogramm der Union zu schreiben. Diese sollten damit begründet werden, dass das Wachstum angekurbelt werden sollte, wenn die Wirtschaftskrise den Höhepunkt überschritten habe. Allerdings würden schnelle Steuersenkungen auch nicht ausgeschlossen.

Die Unionspläne zur Steuersenkung sind besonders von der SPD-Führung heftig kritisiert worden. Der SPD-Chef Franz Müntefering sagte, jeder, der über Senkungen spekuliere, ginge an der "Realität vorbei".