Das Mandatsgebiet des EU-Einsatzes vor Somalia zur Piratenabwehr wird nach den Worten von Verteidigungsminister Franz Josef Jung voraussichtlich bis zu den Seychellen-Inseln ausgedehnt. Er gehe davon aus, dass der Operationsplan der Mission "Atalanta" entsprechend verändert werde, sagte Jung am Montag in Brüssel vor einem Treffen der EU-Verteidigungsminister. Die sich daraus ergebende Änderung des Bundeswehrmandats werde er dem Bundestag noch in dieser Legislaturperiode zur Entscheidung  vorlegen.

In dem Seegebiet werden immer wieder Schiffe von Piraten gekapert, die damit Lösegeld erpressen wollen. Die EU hat derzeit 13 Schiffe im Einsatz, um Frachter vor der Küste Somalias vor den zunehmenden Angriffen der Piraten zu schützen. Auf diese Weise sollen wichtige Handelsweg und die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung Somalias gesichert werden. Deutschland stellt drei Fregatten. An der Operation "Atalanta" können bis zu 1400 Soldaten der Bundeswehr teilnehmen.

Jung zufolge geht es bei den Beratungen in der EU nicht darum, ob mehr Schiffe und Soldaten in den Indischen Ozean geschickt werden sollen. Wie EU-Diplomaten berichten, wird aber eine Verlängerung des bis Ende des Jahres begrenzten Einsatzes in Betracht gezogen. Zur Diskussion stehe, ob das Mandat um ein halbes oder ein ganzes Jahr ausgedehnt werden soll. Die Entscheidung über diese Frage stehe aber noch nicht an.