Dies teilten die Rebellen dem Internetdienst Tamilnet mit, der ihnen nahe steht. In der Begründung hieß es, tamilische Zivilisten kämen durch Bomben, Krankheit und Hunger ums Leben, daher bliebe der LTTE nur diese eine Wahl. Die Regierung in Colombo äußerte sich bislang nicht dazu. Eine unabhängige Bestätigung für die Berichte gibt es auch nicht, da die Regierung Journalisten und Beobachtern den Zugang in das Kampfgebiet an der Nordostküste der Insel verweigert.

Zuvor hatte das Militär mitgeteilt, dass es gelungen sei, die letzten 36.000 Zivilisten zu befreien, die zwischen die Fronten geraten waren und sich nicht selbst in Sicherheit bringen konnten. In der Nacht waren laut Militär mindestens 70 Rebellen getötet worden. Die Aufständischen hätten versucht, eine Lagune mit Booten zu überqueren und die Streitkräfte anzugreifen. Sechs Boote seien versenkt worden.

Nach wie vor unklar ist weiterhin das Schicksal von Rebellen-Chef Velupillai Prabhakaran. Aus Kreisen des srilankischen Militärs wurde bekannt, dass möglicherweise dessen Leiche gefunden wurde. Die Armee untersuche die Leiche derzeit noch, um die Identität zu klären, hieß es.

Unterdessen traf Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse nach seinem Besuch in Jordanien wieder in der Hauptstadt Colombo ein. Bei einem Besuch in Jordanien hatte er am Samstag den militärischen Sieg über die LTTE verkündet und erklärt, er werde "in ein Land zurückkehren, das von den barbarischen Taten der Tamil Eelam (LTTE) total befreit ist". Wenige Stunden zuvor hatte die Armee den letzten Küstenstreifen eingenommen, den die LTTE kontrolliert hatte. Man habe die Rebellen vom Meer abgeschnitten und ins Landesinnere zurückgedrängt. Sie verharrten nun auf einer Fläche von rund einem Quadratkilometer. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte Bilder von jubelnden Regierungstruppen am Strand.

Beide Seiten machen sich gegenseitig für den Tod von Hunderten Zivilisten bei den Gefechten verantwortlich. Die Regierung wirft der LTTE vor, die unbeteiligte Bevölkerung als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Die Rebellen beschuldigen hingegen die Armee, das Kampfgebiet ohne Rücksicht auf Zivilisten zu beschießen. Sowohl die LTTE als auch die Armee ignorierten bislang einen Appell des UN-Sicherheitsrats und des US-Präsidenten Barack Obama, die Kämpfe einzustellen und die im Kampfgebiet festsitzenden Zivilisten freizulassen.

Wie die ARD weiter berichtet, leben außerhalb der Kampfzone inzwischen rund 200.000 tamilische Inlandsflüchtlinge in Lagern unter Regierungskontrolle. Sie werden zum Teil verhört und dürfen sich nicht frei bewegen. Das Internationale Rote Kreuz spricht von einer "unvorstellbaren humanitären Tragödie". Die Tamilen-Rebellen kämpfen seit 1983 um einen eigenen Staat für die unterdrückte tamilische Minderheit im Norden und Osten der Insel.  Bei dem nunmehr 26 Jahre andauernden Bürgerkrieg kamen bislang mehr als 70.000 Menschen ums Leben.