Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hat die Armee auch den letzten Küstenstreifen eingenommen, der bislang unter der Kontrolle der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) stand. Ihnen bliebe nur noch eine Fläche von rund einem Quadratkilometer, teilte das Militär mit.

Wie die ARD berichtet, habe das Verteidigungsministerium Bilder von jubelnden Soldaten am Strand veröffentlicht. Unabhängige Informationen aus dem Nordosten der Insel sind aber weiter rar. Stimmen die Informationen, so hätten die Rebellen zum ersten Mal seit Beginn des Bürgerkrieges den Zugang zum Meer verloren.

Präsident Mahinda Rajapakse kündigte unterdessen an, dass die von der LTTE im Kampfgebiet festgehaltenen Zivilisten noch an diesem Wochenende befreit werden sollen.  Die Regierung schätzt, dass noch rund 20.000 Zivilisten im Kampfgebiet festsitzen. Die Vereinten Nationen sprechen hingegen von 50.000 Menschen. Nach Angaben des Militärs konnten in den vergangenen Tagen rund 5000 Menschen aus dem Küstenstreifen fliehen.

Beide Seiten machen sich gegenseitig für den Tod von Hunderten Zivilisten bei den Gefechten verantwortlich. Die Regierung wirft der LTTE vor, die unbeteiligte Bevölkerung als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Die Rebellen beschuldigen hingegen die Armee, das Kampfgebiet ohne Rücksicht auf Zivilisten zu beschießen.

Sowohl die LTTE als auch die Armee ignorierten einen Appell des UN-Sicherheitsrats und des US-Präsidenten Barack Obama, die Kämpfe einzustellen und die im Kampfgebiet festsitzenden Zivilisten freizulassen.

Wie die ARD weiter berichtet, leben außerhalb der Kampfzone inzwischen rund 200.000 tamilische Inlandsflüchtlinge in Lagern unter Regierungskontrolle. Sie werden zum Teil verhört und dürfen sich nicht frei bewegen. Das Internationale Rote Kreuz spricht von einer "unvorstellbaren humanitären Tragödie".

Die Tamilen-Rebellen kämpfen seit 1983 um einen eigenen Staat für die unterdrückte tamilische Minderheit im Norden und Osten der Insel.  Bei dem nunmehr 26 Jahre andauernden Bürgerkrieg kamen bislang mehr als 70.000 Menschen ums Leben.