Die Schauspielerin Monica Bleibtreu ist tot. Wie am Freitagmorgen bekannt wurde, starb die 65-Jährige in der Nacht zum Donnerstag nach langjähriger Krankheit in Hamburg. Die Mutter von Schauspieler Moritz Bleibtreu war erst vor wenigen Tagen, am 4. Mai, 65 Jahre alt geworden. Noch an diesem Tag wurde ihr Film Ein starker Abgang im Fernsehen gesendet. Sie stand für zahlreiche TV- und Kinoproduktionen vor der Kamera, mit ihrem Sohn drehte sie den erfolgreichen Kinofilm Lola rennt.

Monica Bleibtreu wurde 1944 in Wien geboren und lernte ihr Spiel in ihrer Geburtsstadt am Max-Reinhardt-Seminar. Schon in den 60er Jahren hatte Bleibtreu kleinere Rollen in TV-Produktionen übernommen. Doch lange Zeit interessierten sich vor allem Theatermacher für sie. Die eigenwillige Charakterdarstellerin trat an renommierten Spielstätten wie dem Burgtheater Wien, dem Schauspielhaus Zürich, dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg, den Münchner Kammerspielen und an mehreren Häusern in Berlin auf. Erst spät feierte sie die ganz großen Filmerfolge.

So spielte die gefeierte, preisgekrönte und beliebte Mimin die Helene Weigel in Abschied – Brechts letzter Sommer (2000), spielte das mütterliche Familienoberhaupt in Die Manns (2001) von Heinrich Breloer, gab im selben Jahr eine brummige Bäuerin in Verlorenes Land, später eine 80-jährige Klavierlehrerin in Vier Minuten (2006). Vor vier Jahren hatte sie eine vom Krebs gezeichnete Frau gespielt in Marias letzte Reise.

Ihre Wandlungsfähigkeit bescherte der Künstlerin, die in Hamburg und Wien lebte, gerade in jüngster Zeit zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Adolf-Grimme-Preis. Sie selbst sah das immer ein wenig mit Erstaunen: "Ich mache den Beruf jetzt seit über 40 Jahren, und plötzlich tun alle so, als wäre ich vom Himmel gefallen."