Der Georg-Büchner-Preis geht in diesem Jahr an den 70-jährigen österreichischen Schriftsteller Walter Kappacher. Kappacher habe in einzelgängerischer Konsequenz über Jahrzehnte hinweg ein höchst beachtliches, lange viel zu wenig beachtetes Œuvre geschaffen. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt als Begründung mit. Erst seit dem Roman Selina (2005) werde er wirklich wahrgenommen.

"Seine leise, musikalische Prosa voll melancholischer Unerbittlichkeit - stets traurig, nie trostlos - klärt uns über uns selbst auf", heißt es in einer Mitteilung der Akademie. Kappacher wird als "poetischer Realist unserer Tage" gewürdigt, der bei vollkommener Gegenwärtigkeit an die große Erzähltradition anknüpfe. Zuletzt verwandelte er in Der Fliegenpalastdie Lebenskrise Hugo von Hofmannsthals in einen Roman.

Die mit 40.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Seit 1951 wird sie jährlich von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt vergeben. Mit dem Preis ehrt die Akademie Schriftsteller und Dichter, "die in deutscher Sprache schreiben, durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben".

Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner, der 1813 im Großherzogtum Hessen geboren wurde und 1837 in Zürich starb. Zu den bekanntesten Werken des in Goddelau bei Darmstadt geborenen Arztsohns gehören die Dramen Woyzeck und Dantons Tod. Die Novelle Lenz blieb seine einziges Prosastück.

Der Preis soll auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung am 31. Oktober in Darmstadt verliehen werden.