Darüber hinaus würde ein Scheitern des Insolvenzverfahrens auch viele ehemalige Angestellte und deren Familien hart treffen. Deren Renten und Krankenversicherungen werden zu einem Großteil über einen firmeneignene Fonds finanziert. Geht GM Pleite, bekommen sie kein Geld mehr. Neben der Entscheidung über ein Insolvenzverfahren will GM am Montag ebenfalls bekannt geben, welche Werke schließen müssen. Sechzehn Standorte sollen es angeblich sein.

Sollte das Insolvenzverfahren gelingen und das neue Unternehmen, das vom GM-Konzern noch übrig bleibt, langfristig überleben, könnte die deutsche Tochterfirma Opel doch noch wichtig werden. "GM braucht Opel dringend, wenn es die Insolvenz überstanden hat", sagt der unabhängige Branchenexperte Peter DeLorenzo. Deshalb sei General Motors durchaus daran gelegen, die Beziehung mit Opel fortzusetzen.

"Opel baut einige der Mittelklassewagen von General Motors für den US-Markt", sagt DeLorenzo, der das in der Branche anerkannte Onlineportal autoextremist.com betreibt.  Nur finanziell gesehen könne GM derzeit keine Verantwortung für Opel übernehmen. Dass der Zulieferer Magna, der auch Autoteile für General Motors liefert, nun eingesprungen ist, kommt dem strauchelnden US-Konzern also durchaus entgegen. Autoexperte Brauer von edmonds.com ist sich jedoch sicher: " Wenn eine Rettung von GM bedeutet hätte, dass man sich von Opel trennt, hätte General Motors dieses Opfer sicherlich gebracht."

Während man sich in Deutschland also bereits geeinigt hat, warten die Amerikaner darauf, was das Wochenende bringen wird. Sicher ist nur, dass Präsident Obama am Montag eine Rede zur Zukunft von GM halten wird. Ob er dann auch den Beginn des Insolvenzverfahrens verkünden wird, wie zuletzt bei Chrysler, oder ob GM die Nachricht selbst ausgibt, weiß bislang niemand. Die entrüsteten Äußerungen deutscher Politiker über die Verhandlungsführung von GM und des US-Finanzministeriums nimmt in den USA indes kaum jemand wahr. Wenn doch, führt man sie auf die nahende Bundestagswahl zurück.