Sind neue Flugzeugtypen anfälliger für Blitzeinschläge als ältere?

Um Gewicht zu sparen, ersetzen Flugzeugbauer immer mehr Aluminiumbauteile durch solche aus Kohlefaser. Diese leiten den elektrischen Strom allerdings viel schlechter. "Die Flugzeuge müssen aber eine bestimmte Leitfähigkeit haben, um eine Zulassung zu erhalten", sagt Levedag. Dafür gebe es verschiedene Ansätze. So werden etwa zwischen die Kohlefasermatten Kupferfolien oder Drahtgeflechte aus dem Metall gebracht. Dieses Verfahren ist vor allem für die neue Boeing 787, den Dreamliner, wichtig, bei dem Rumpf und Flügel aus Kohlefaser bestehen werden. Eine Betriebszulassung hat die 787 noch nicht. Der verunglückte Airbus ist ein herkömmliches Aluminiumflugzeug.

Warum war es so schwierig, die abgestürzte Maschine zu finden?

Flugzeuge über dem Atlantik werden meist nicht mehr vom Radar erfasst. Das macht die Ortung von Wrackteilen so schwierig. "In der Regel gibt es nur in Küstennähe, also in 300 bis 400 Kilometern Entfernung, eine Radarabdeckung durch die Bodenstationen", sagt Axel Raab von der Deutschen Flugsicherung. Verunglückte der Jet also mitten über dem Atlantik, was wahrscheinlich ist, befand er sich auf keinem Radarschirm mehr. Die Flugzeuge melden zwar alle 20 Minuten ihre Position. Erfolgt der Absturz aber dazwischen, kann das Suchgebiet riesig sein.

Trümmerteile sowie ein Ölfilm auf dem Wasser, die offenbar von der abgestürzten Maschine stammen, wurden am Dienstag mehrere hundert Kilometer nordöstlich der Inselgruppe Fernando de Noronha gesichtet. "Ist das tatsächlich die Air-France-Maschine, sind die Chancen groß, dass auch die Black Box lokalisiert wird", sagt Karsten Severin von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, "vorausgesetzt, die Peilsender sind nicht ausgefallen". In der Black Box befinden sich zwei Flugschreiber, mit denen Daten wie Flughöhe, Kurs oder Geschwindigkeit sowie Stimmen aus dem Cockpit aufgezeichnet werden. Fraglich ist aber, ob der Kasten geborgen werden kann und noch funktioniert. "Eine Black Box muss so gebaut sein, dass sie einen Wasserdruck von 6000 Metern für mindestens 30 Tage aushält", sagt Severin. Der Atlantik ist in dieser Region 3000 bis 4000 Meter tief.

Wie gefährlich ist die Region für Flugzeuge?

Die Route von Rio de Janeiro nach Paris führt durch die Innertropische Konvergenzzone, ein Tiefdruckgebiet, in dem häufig schwere Gewitter und starke Turbulenzen auftreten. Aber auch in anderen Regionen gibt es regelmäßig heftige Gewitter. "Solche Wetterextreme sind überall in den Tropen häufig anzutreffen", sagt Ulrich Cubasch, Atmosphärenforscher an der Freien Universität Berlin. In Äquatornähe gibt es intensive Sonneneinstrahlung – und viel feuchte Luft. Sobald Wasserdampf zu feinen Tröpfchen kondensiert, wird nochmals Wärme frei. Daher ist in der tropischen Atmosphäre viel mehr Energie enthalten als in unseren Breiten. Dementsprechend heftiger sind dort die Wetterphänomene.