Das Kredit-Programm der KfW, das mit dem ersten Konjunkturpaket ins Leben gerufen wurde, kommt gut an: Von den 1100 Anträgen wurden bereits 345 bewilligt, das bedeutet 640 Millionen Euro Staatskredite. Sollte sich der Trend fortsetzen, und sollten alle Anträge bewilligt werden, würde das den Steuerzahler mit fünf Milliarden Euro belasten, errechnet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in ihrer aktuellen Ausgabe.

20 weitere Anträge für Großbürgschafte, wie in den Fällen Porsche und Schäffler, liegen ebenfalls dem Staat vor; der Fall Opel ist noch gar nicht mit einberechnet. Besonders kritisch sieht die FDP diese neue Großzügigkeit: "Bald werden von jedem Euro, den der Staat an Steuern einnimmt, 25 Cent für Zinsen ausgegeben werden", sagt FDP-Politiker Otto Fricke gegenüber der FAS.

Dass die finanziellen Hilfen auch unter dem Schatten des Wahlkampfes stehen, ist kein Geheimnis. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Alexander Bonde vermutet, dass in der großen Koalition gewisse wahltaktische Überlegungen das wirtschaftliche Überlagern würden. Doch auch innerhalb der Koalition wachsen die Bedenken. "Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen ist die Politik natürlich erpressbar", sagte CDU-Politiker Michael Fuchs.