Wenn das keine gute Nachricht ist: Opel wird gerettet, die Insolvenz ist vom Tisch, Magna darf übernehmen und verspricht, alle Standorte in Deutschland und 90 Prozent der Jobs zu erhalten. Die Bundesregierung darf zufrieden mit sich sein, hatte es doch nach dem ersten Verhandlungsmarathon in der Nacht zum Donnerstag noch so ausgesehen, als sei Opel nicht mehr zu helfen.

Eitel Sonnenschein also in Berlin? Nicht wirklich. Zum einen ist Opel noch keineswegs gerettet, bislang gibt es nur Absichtserklärungen. Vor allem aber haben sich nach der Verhandlungsrunde in der Nacht zum Samstag im Kanzleramt Verwerfungen innerhalb der Bundesregierung aufgetan, die nicht mehr so leicht zu glätten sein werden.

Angezählt ist insbesondere der sichtlich unzufriedene Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Der christsoziale Minister hatte von Anfang an die "geordnete" Insolvenz von Opel befürwortet (als gäbe es auch eine ungeordnete Insolvenz). Kaum eine Gelegenheit ließ er aus, Opelaner und SPD mit dem bösen I-Wort zu ärgern. Am Freitag schien es sogar so, als habe er die Kanzlerin für seine Sicht gewonnen, auch sie sprach mit einem Mal von Insolvenz.

Doch in dieser Nacht scheiterte Guttenberg mit seinem Plan. Das Magna-Modell gewann, und mit ihm die SPD.

Die Sozialdemokraten haben eine entscheidende Wahlkampfschlacht für sich entschieden. Und sie weiden den Sieg gründlich aus:

Nicht der Wirtschaftsminister verkündete um 2.15 Uhr die frohe Botschaft von der nahen Opel-Rettung, sondern SPD-Finanzminister Peer Steinbrück.

Nicht die Kanzlerin informierte zuerst die Presse, sondern ihr SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier. Breit grinsend ließ er die Journalisten wissen, wie zufrieden er mit dem Ergebnis sei.