"Es wäre viel einfacher, kostengünstiger und weniger kompliziert, das Problem an Land anzugehen", erläuterte Omar bei den Vereinten Nationen in New York. Ihm lägen Informationen vor, wo sich die Seeräuber verschanzen. Allerdings fehlen ihm die entsprechenden Mittel.

50 Millionen Doller haben somalische Piraten im vergangenen Jahr durch Lösegelder eingemommen. Nach Einschätzungen Omars würde ein Drittel des Betrages ausreichen, um den Kampf gegen Piraten zu finanzieren. Eine gut ausgerüstete Küstenwache könne außerdem berufliche Perspektiven für junge Männer in Somalia bieten, die sonst eine Karriere als Freibeuter begönnen.

"Die Piraten halten das ganze Land als Geisel", beklagte Omar. Nahrungsmittel und Medikamente seien um 20 bis 30 Prozent teuerer geworden, weil sich kein Frachter mehr traue, Waren anzuliefern. Derzeit befinden sich 14 Schiffe in Gefangenschaft der Piraten, sowie 200 Besatzungsmitglieder.

Immer mehr somalische Männer entscheiden sich, als Piraten fremde Schiffe zu kapern. Als Reaktion darauf patroullieren internationale Kriegsschiffe vor der somalischen Küste. Das Landesinnere ist tief zerstritten: Seit 1991 existiert keine funktionierende Zentralregierung mehr.