Die Gremien reagierten damit auf Beerbaums umstrittenen Aussagen am vergangenen Wochenende über den Umgang von Medikamenten bei seinen Pferden. Der viermalige Olympiasieger sagte unter anderem, "In der Vergangenheit hatte ich die Haltung: Erlaubt ist, was nicht gefunden wird."

Diese Aussage ist vor allem deshalb brisant, da nach den Olympischen Spielen 2004 in Athen bei Beerbaums Pferd Goldfever Spuren des verbotenen Medikaments Betamethason gefunden worden waren.

FN-Präsident, Breido Graf zu Rantzau, erklärte, dass der Verband mit der Auflösung der Kader die Glaubwürdigkeit des Reitersports wiederherstellen will. Bevor ein Reiter wieder in den Kader aufgenommen werden könne, müsse er sich der Sonderkommission stellen und sich zu seiner Einstellung sowie seinem Verhalten als Spitzenreiter äußern, so der Verbandschef weiter.

Eine unabhängige Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) soll künftig Verbandsfunktionäre und Reiter untersuchen. Die Kommission wird die Situation im Spitzenreitsport analysieren und dem Verband Empfehlungen geben, wie mit der aktuellen Manipulations- und Dopingproblematik im Pferdesport umzugehen sei. Die Empfehlungen würden auch Vorschläge zu möglichen Sanktionen von Funktionären und Reitern enthalten.

Beerbaums Geständnis ist der vorläufige Höhepunkt der Enthüllungen seit den Vorfällen der in der Deutschen Springreiter-Mannschaft bei den Olympischen Spielen 2008 in Hongkong. Vor Beerbaum umstrittenen Äußerungen hatte unter anderem das Doping- Urteil für Olympia-Reiter Christian Ahlmann für Aufregung gesorgt.

Ahlmanns Pferd Cöster wurde in Hongkong auf die im Wettkampf unerlaubte Substanz Capsaicin positiv getestet und daraufhin von den Olympischen Spielen suspendiert worden. Der Internationale Sportgerichtshof CAS sperrte Ahlmann für insgesamt für acht Monate. Seit dem 20. April darf er wieder reiten.

Zudem sorgte die unerlaubte Behandlung von Marco Kutschers Hengst Cornet Obolensky für Aufregung. Nach der ersten Runde im Nationenpreis in Hongkong wurde sein Pferd eine Spritze mit den Präparaten Arnika und Lactanase verabreicht. Jegliche Medikation im Wettkampf muss jedoch angezeigt werden. Ansonsten handelt es sich um einen Verstoß gegen die Doping-Richtlinien.